Abschied von Göttingens Dezernentin für Kultur und Soziales

Niedersachsens Sozialministerin Cornelia Rundt (rechts) übergab Dr. Dagmar Schlapeit-Beck ein Geschenk zum Abschied. Foto: zhp

Göttingen. Göttingens Dezernentin für Kultur und Soziales, Dr. Dagmar Schlapeit-Beck (SPD), ist nach 28 Jahren Tätigkeit im Jungen Theater offiziell verabschiedet worden.

Niedersachsens Sozialministerin Cornelia Rundt (SPD) erinnerte in dem voll besetzten Theater an die vielen Verdienste der Dezernentin. Dies habe sich in ihrer zweimaligen Wiederwahl gespiegelt und in einer der außergewöhnlich langen Amtszeit. Zu ihren großen Verdiensten zählte die Ministerin unter anderem, dass sich Göttingen bereits vor dem Rechtsanspruch auf Krippen- und Kinderplätze bei der Versorgung an die Spitze der Kommunen gesetzt habe, unter anderem mit flexiblen Öffnungszeiten und Schwerpunktsetzungen beispielsweise im Sport.

Stark habe sich Dagmar Schlapeit-Beck auch für die Qualifizierung und für Jobperspektiven von Langzeitarbeitslosen engagiert, die nach den der Hartz-IV-Reform zwar nicht hätten fortgeführt werden können, jetzt aber in Zusammenarbeit mit dem Landkreis Göttingen wieder in Gang kämen. Ein weiteres Anliegen sei ihr die Schaffung von bezahlbaren Wohnungen gewesen. Zu ihren Pionierprojekten habe die Senioren-WG Am Goldgraben gehört.

Zahlreiche weitere Vorhaben nannte die Ministerin, die zum Wirkungskreis der Dezernentin gehört haben. Immer sei die Handschrift der Frauenpolitik spürbar gewesen. Bevor sie in Göttingen ihre Tätigkeit aufnahm, war sie als Frauenbeauftragte der Stadt Leverkusen tätig, damals als eine der ersten in der alten Bundesrepublik.

Göttingens Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler (SPD) dankte der scheidenden Dezernentin herzlich für ihre Arbeit. „Sie haben sich der Stadt Göttingen und ihrer Aufgabe mit Haut und Haaren zur Verfügung gestellt.“ Er sagte, Dagmar Schlapeit-Beck sei in der Göttinger Kommunalpolitik eine gefragte Anlaufstelle gewesen. In ihrer Arbeit habe sie nach Lösungen sozialer Gerechtigkeit gesucht - ohne Scheu vor Konflikten und mit einem „Hauch westfälischer Sturheit“. Aber sie sei dabei keine Dogmatikerin gewesen.

Die „kulturpolitische Vielfalt“, für die seit 2002 mit verantwortlich gewesen sei, habe sie vehement gegen Eingriffe verteidigt. Zu ihren Verdiensten zählt der Oberbürgermeister unter anderem die Schaffung eines kulturpolitischen Leitbildes in der Stadt und die Erarbeitung des ersten Berichts zur Kulturwirtschaft.

Umrahmt wurde die Feierstunde unter anderem vom Holzbläsertrio des Göttinger Symphonie Orchesters mit Matthias Weiss (Oboe), Manfred Hadaschik (Klarinette) und Ömür Kazil (Fagott). Weitere Grußworte sprachen die Gender-Politikerin Marianne Weg, Superintendent Friedrich Selter und der frühere Europapolitiker Klaus Wettig. (zhp)

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