Aktion gegen Tropenholz in der Göttinger Innenstadt

Kein Tropenholz: Gegen die Verwendung des edlen Rohstoffs machten am Sonntag Aktivisten in der Göttinger Innenstadt Front. Foto: Henniges

Göttingen. Zwischen Eisdielenbesuchern und Spaziergängern mischten sich am Sonntag in der Göttinger Innenstadt Menschenrechtler und Umweltaktivisten. Mit Motorsägen und Trillerpfeifen setzten sie sich lautstark gegen die Verwendung von Tropenholz ein und erinnerten an den verschollenen Ethnologen Bruno Manser.

Der Umweltschützer Ludwig Pape verkündete nach seiner Rede den Startschuss für diese spektakuläre Aktion: Professionelle Holzfäller erreichten mit einem Schwerlastwagen den Vorplatz des Alten Rathauses und bewegten sich auf einen aufgestellten Baum zu. Sie verdrängten die Aktivisten und zersägten den Baum, an dem ein Bild des verschwundenen Ethnologen befestigt worden war.

Hintergrund der symbolischen Aktion war das gewaltsame Vorgehen gegen den friedlichen Widerstand der Penan. Die Ureinwohner der malaysischen Insel Borneo kämpften gemeinsam mit Bruno Manser gegen die Abholzung des Regenwaldes. Doch der Einsatz scheiterte – Holzfäller zerstörten die jahrhundertealten Bäume und entzogen den Waldnomaden ihre Lebensgrundlage. Bruno Manser, der sechs Jahre lang bei den Ureinwohnern gelebt hatte, verschwand daraufhin spurlos: „Die malaysische Regierung setzte ein Kopfgeld auf meinen Bruder aus. Seit 2005 gilt er als offiziell verschollen.“ wie die Schwester des Ethnologen berichtete. Heute gibt es nur noch kleine Waldgebiete auf der Insel, die das Jagen und Sammeln für die Penan unmöglich gemacht haben.

Zu Ehren Bruno Mansers brachten die Aktivisten eine Plakette an einer tropenholzfreien Sitzbank am Kornmarkt/Ecke Altes Rathaus an, die an das Versprechen der Stadt Göttingen erinnert, für Möbel im öffentlichen Raum kein Tropenholz mehr zu verwenden. (yjh)

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