Arbeitsagentur: Ausbildung ist keine Notlösung

Nachwuchssorgen in Göttingen: Immer weniger Jugendliche machen eine Lehre

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Nachwuchsmangel: Insbesondere im Koch- und Gatronomiehandwerk fehlt es an Auszubildenden. Köche wie Johannes Schäfer vom Göttinger Studentenwerk haben es schwer geeignete Nachfolger und Mitarbeiter zu bekommen. 

Die Experten der Göttinger Agentur für Arbeit schlagen Alarm: Zu viele Jugendliche entscheiden sich aus ihrer Sicht gegen eine Lehre.

Das zeigt sich in den Zahlen des abgelaufenen Berufsberatungsjahres. Im Landkreis Göttingen wurden 1216 Ausbildungsverträge abgeschlossen, 8,1 Prozent weniger als im Jahr zuvor. Besser sieht es im Landkreis Northeim aus: Dort wurden 605 Verträge unterschrieben, soviel wie im Vorjahr.

Gleichzeitig haben sich in Südniedersachsen fast 1500 von 2840 Jugendlichen, die sich anfangs für die Ausbildung interessiert hatten, anders entschieden.

Ein Verhalten, das Klaus-Dieter Gläser, Chef der Göttinger Agentur für Arbeit, auf den Plan ruft: „Für viele Jugendliche ist Ausbildung nur eine Option unter vielen und vielfach nicht die präferierte.“

Denn oftmals ist aus seiner Sicht der Weg, beispielsweise an eine weiterführende Schule, nicht unbedingt zielführend, dafür jedoch bequemer als die Ausbildungssuche. Und für viele Abiturienten führe der Weg nahezu zwangsläufig an die Fachhochschule oder Universität. Klaus-Dieter Gläser fordert deshalb: „Ausbildung muss für Jugendliche wieder Plan A und keine Notlösung werden.“

Dabei ist auf dem Ausbildungsmarkt die Lage gut: Statistisch kamen auf einen Bewerber 1,1 Ausbildungsplätze. Ein großes Problem ist dabei aber, dass oftmals die Angebote nicht mit den Wünschen der jungen Leute übereinstimmen. Das bekommen einige Branchen besonders zu spüren.

Schwierigkeiten bei der Nachwuchsgewinnung haben das Hotel- und Gaststättengewerbe sowie Betriebe und Selbstständige, die Steuerfachangestellte sowie Rechtsanwalts- und Notarfachangestellte ausbilden.

Probleme, Lehrlinge zu finden, gibt es nach Angaben der Agentur zudem in vielen Berufen des Handwerks, insbesondere im Bereichs des Lebensmittelhandwerks, zum Beispiel Fleischer und Bäcker.

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