Auschwitz - Göttingen: ein starkes Zeichen für Zusammenarbeit

Thomas Kopietz. Foto: privat

Göttingen. Bildungseinrichtungen in Göttingen und im polnischen Ort Oswiecim (Auschwitz) arbeiten intensiv zusammen. Dazu ein Kommentar von HNA-Redakteur Thomas Kopietz.

Ist der Bildungsaustausch mit Auschwitz nur eine Randnotiz? Nein, die schnelle Kooperation mit Hochschule und Schule in Polen ist so viel mehr: nämlich ein wichtiges Zeichen in Zeiten schwieriger politischer Rahmenbedingungen zwischen Polen und Deutschland – siehe die Uneinigkeit in der Flüchtlingspolitik und die rechtskonservative Regierung in Polen.

Der Austausch junger Menschen mit der Perspektive Ausbildung und Arbeit ist ein kleines aber bedeutendes Projekt in der deutsch-polnischen Zusammenarbeit in Göttingen, die auch von der Deutsch-Polnischen Gesellschaft seit Jahrzehnten in der Uni-Stadt gepflegt wird.

Die jüngst über die Berufsbildenden Schulen III gestartete Kooperation ist aber auch ein Beispiel dafür, dass in einer an Bürokratie oft überwucherten Schullandschaft durchaus noch schnell etwas zu bewegen ist, wenn Ziel, Überzeugung und Wille vorhanden sind und ein Grundverständnis, eine Akzeptanz bei allen Beteiligten spürbar ist.

Und wenn all das auch noch zwischen Menschen in Auschwitz – jetzt Oswiecim – und Göttingen wächst, dann ist das - unabhängig von späteren wirtschaftlichen Vorteilen – auch mehr als 70 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges noch außergewöhnlich. Denn: Auschwitz, Oswiecim, ist weit mehr als das einstige Menschen-Vernichtungslager der deutschen Nazis. Die Stadt und ihr Name bleibt zwar auf ewig damit verbunden, was auch wichtig ist, steht heute aber auch für einen lebendigen Bildungsstandort mit dem sich eine Zusammenarbeit besonders lohnt.

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