Bewährungsstrafe für Drogenhändler: 36-Jähriger muss 250 Arbeitsstunden leisten

Das Landgericht Göttingen: Hier wurde der 36-Jährige wegen Drogenhandels verurteilt. Archivfoto: Jelinek

Göttingen/Dassel. Ein 36-jähriger Mann aus Dassel, der sich wegen unerlaubten Handels mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge vor dem Landgericht Göttingen verantworten musste, ist noch einmal glimpflich davon gekommen.

Die Kammer verurteilte den bereits einschlägig vorbestraften Angeklagten am Donnerstag zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren, die zur Bewährung ausgesetzt wurde. Die Polizei hatte im Februar vergangenen Jahres bei einer Durchsuchung seiner Wohnung neben zahlreichen Drogen auch knapp 3000 Euro Bargeld sowie eine Schreckschusspistole mitsamt Munition und einen Elektroschocker sichergestellt.

Das Verfahren sei ein „Ritt auf der Rasierklinge“ gewesen, sagte der Vorsitzende Richter August-Wilhelm Marahrens. Das Gericht entsprach mit seinem Urteil dem Antrag der Verteidigung. Die Staatsanwaltschaft ging zwar ebenfalls von einem minder schweren Fall aus, so dass die ursprünglich drohende Mindeststrafe von fünf Jahren Haft vom Tisch war. Die Vertreterin der Staatsanwaltschaft wollte dem Angeklagten, der bereits 2004 wegen Drogenhandels zu einer Freiheitsstrafe von vier Jahren verurteilt worden war, allerdings keine Bewährung zugestehen. Sie plädierte auf eine Haftstrafe von dreieinhalb Jahren.

Kammer: Absoluter Grenzfall

Das Gericht hatte sich die Entscheidung nicht leicht gemacht. Es sei ein „absoluter Grenzfall“, sagte Marahrens. Die Kammer hielt dem 36-Jährigen unter anderem zugute, dass er seine Taten freimütig eingeräumt hatte. Außerdem sei seine Schuldfähigkeit wegen seiner eigenen Drogenabhängigkeit erheblich vermindert gewesen. Die Richter legten dem Angeklagten allerdings „enge Daumenschrauben“ an.

Die Bewährungszeit dauert vier Jahre, ein Jahr länger als üblich. Außerdem muss er 250 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten und sich um eine ambulante Therapie bemühen. (pid)

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