Blutkonserven: Verwechslungen in Kliniken kein Einzelfall

Test: In der Klinik muss vor der Transfusion die Verträglichkeit von Spender- und Patientenblut überprüft werden. Foto: dpa

Duderstadt. Wegen einer falschen Blutkonserve ist möglicherweise eine Patientin im Duderstädter Krankenhaus verstorben. Solche Verwechslungen sind kein Einzelfall.

2010 bekam ein 75-Jähriger im hessischen Marburg eine falsche Konserve und starb an den Folgen. In einem Klinikum im nordrhein-westfälischen Lemgo starb 2008 eine 68-Jährige, nachdem sie eine Transfusion mit der falschen Blutgruppe bekam. In beiden Fällen war wohl menschliches Versagen schuld an dem Tod der Patienten. Wegen vertauschter Blutkonserven wurde 2002 ein Arzt in Lübeck wegen fahrlässiger Tötung zu einer sechsmonatigen Bewährungsstrafe verurteilt.

Die Patientin in Duderstadt (wir berichteten) soll zweimal Konserven von einer anderen Patientin mit gleichem oder ähnlichem Namen bekommen haben. Die Frau soll bereits in der Narkose gelegen haben, als sie eine Konserve mit einer nicht verträglichen Blutgruppe bekam. Sie sollte offenbar am Bein operiert werden, als es ihr zunehmend schlechter ging und sie auf eine Intensivstation verlegt wurde. Dort soll sie eine weitere Konserve bekommen haben, ohne das zuvor die Blutgruppen kontrolliert wurden. Deshalb wird nun gegen zwei Ärzte wegen fahrlässiger Tötung ermittelt.

Die Ermittlungen gegen die beiden Mediziner waren dem niedersächsischen Gesundheitsministerium vor Presseberichten über den Fall nicht bekannt. „Wir haben keine Fachaufsicht über das Krankenhaus“, sagte Ministeriumssprecherin Heinke Traeger in Hannover. Sie betonte aber: „Krankenhäuser müssen so organisiert sein, dass solche Verwechselungen nicht vorkommen können.“ Für die Organisationsstruktur sei die Leitung einer Klinik verantwortlich. Ihr sei kein ähnlicher Fall in den letzten Jahren in Niedersachsen bekannt, sagte Traeger. (bsc/dpa)

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