Großes Polizeiaufgabot

Demo gegen Kapitalismus und Rassismus blieb friedlich

Zeichen gegen die Auswirkungen des hemmungslosen Kapitalismus: 300 Demonstranten zogen am Samstagabend durch die Göttinger Innenstadt und wurden von einem Polizeiaufgebot begleitet. Foto: Rampfel

Göttingen. Etwa 300 Menschen haben am frühen Samstagabend in der Göttinger Innenstadt an einer Demonstration gegen Kapitalismus und Rassismus teilgenommen.

Der Demonstrationszug, mit teilweise schwarzgekleideten und mit Masken und Mützen „getarnten“ Teilnehmern, startete gegen 18.30 Uhr am Wilhelmsplatz und zog dann über Jüdenstraße, Gotmarstraße, Nikolaistraße, Kurze Geismarstraße und Rote Straße wieder zurück zum Ausgangspunkt. Über die Rote Straße war ein riesiges Banner mit den Worten „Rassismus tötet“ gespannt. Als der Zug die Stelle passierte, wurden aus dem Gebäude Leuchtraketen abgefeuert. Aus einem Haus in der Gotmarstraße flog buntes Konfetti auf die Teilnehmer der Demonstration. Es kam zu keinen gefährlichen Zwischenfällen. Die Polizei war mit einem Großaufgebot vor Ort.

Die Veranstaltung wurde von den Veranstaltern als „Aufwärm-Demo“ für eine antirassistische Protestaktion am 25. Mai in Berlin und die „Blockupy“-Großdemonstration vom 30. Mai bis 1. Juni in Frankfurt bezeichnet. Im vergangenen Jahr waren dort 20 000 Kapitalismuskritiker dem Aufruf des linken Blockupy-Bündnisses gefolgt und in die Großstadt am Main gereist. Auch in diesem Jahr wird wieder zu Protesten gegen die Krisenpolitik der EU aufgerufen.

Die Göttinger Veranstalter wollten mit der Demo am Samstag auch regional ein Zeichen gegen die kapitalistische Vergesellschaftung setzen. Der Kapitalismus hinterlasse eine Schneise der emotionalen, geistigen und materiellen Verwüstung, hieß es in einem Flyer.

„Wir hoffen mit der heutigen Demonstration viele Menschen auf die bundesweiten Aktionen in Berlin und Frankfurt aufmerksam gemacht und zur Teilnahme motiviert zu haben“, sagte die Pressesprecherin der veranstaltenden Gruppe in Göttingen „Redical M“, Alexandra Kahrlo.

Anti-Kapitalismus Demonstration in Göttingen

„Das Interesse von Passanten und die Konfetti-Aktionen aus den an der Route gelegenen Häusern lassen mich hoffen, dass viele Göttinger in Berlin und Frankfurt ihrem Widerstand artikulieren werden“, erklärte Alexandra Kahrlo. (ysr/tko)

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