Diskussion um weiches Wasser für Bovenden: Info-Abend am 9. Mai

Thema weiches Trinkwasser: Der Bovender Bürgermeister Thomas Brandes und Frank Berlin, Chef der Gemeindewerke, wollen die Entscheidung der Bürger und Politiker abwarten. Foto: Lawrenz

Bovenden. Die Diskussion um weiches Wasser für Bovenden flammt wieder auf.

Vor acht Jahren hatten die Einwohner gegen die Beimischung von Harz-Wasser ausgesprochen. Vor allem um unabhängig zu bleiben, wollten sie ihr Wasser behalten. Die Diskussion war damit nicht zu Ende.

Mehr als 20 Grad deutscher Härte werden beim Bovender Wasser gemessen. Zwar lobten viele Bovender das Leben in ihrer Gemeinde, berichtet Bovendens Bürgermeister Thomas Brandes (SPD). Doch das Wasser sei den meisten zu hart. Deshalb wurden die Gemeindewerke beauftragt, die Wege zu weichem Wasser zu prüfen. Die Ergebnisse wurden im Februar im Bauausschuss des Flecken präsentiert.

Nicht die Qualität, sondern allein die Beschaffenheit des Wassers stehe in der Diskussion, betont Frank Berlin, Geschäftsführer der Bovender Gemeindewerke. Den hohen Härtegrad führt er auf die Förderung des Wassers aus Kalksteinen zurück. Für die Lieferung von weicherem Wasser sieht Berlin zwei Möglichkeiten. Analog zu Rosdorf könnte der Flecken sich für Nanofiltration des Wassers entscheiden. Die Kosten für den Bau einer Anlage dafür beziffert er im siebenstelligen Bereich. Als zweite, nicht so aufwendige Variante nennt Berlin den Bezug von Göttinger Wasser.

Jede Lieferung von weichem Wasser bedeute für die Bürger eine Kostenerhöhung. Für einen vierköpfigen Haushalt mit einem Verbrauch von etwa 120 Kubikmeter pro Jahr rechnet er mit einem Plus von jährlich etwa 50 Euro. Mit der Nanofiltration könnte man laut Berlin den Härtegrad von 20 auf 12 reduzieren. Göttinger Wasser hat den Härtegrad 6.

Keine Stilllegung

Auf keinen Fall will Berlin Bovender Brunnen aufgeben. Komplett stillgelegt würden sie verockern, weiß er. Dann wachsen die Rohre langsam zu, die Brunnen wären nicht mehr zu nutzen. Deshalb plant der Chef der Gemeindewerke, dass das Unternehmen weiterhin eine Mindestmenge fördert. Nur so bleibe die Zuleitung von Bovender Wasser im Notfall schnell realisierbar. Bei Brunnen, die schon lange genutzt würden, blieben auch die Wasserrechte erhalten, meint Berlin.

Diskussionsabend

Um den richtigen Weg für den Flecken zu finden, behandeln die Bovender Kommunalpolitiker das Thema Trinkwasser in den Fraktionen. Zu einer Diskussionsveranstaltung lädt die Bovender SPD die Bürger am Montag, 9. Mai, um 19 Uhr ins Bürgerhaus ein. Dann können diese mit Fachleuten über Wasserqualität und Technik diskutieren. Vor einer Entscheidung will Bürgermeister Brandes die Signale aus der Politik abwarten und denkt an eine zweite Bürgerbefragung. (zul)

Gemeindewerke versorgen alle Bovender Ortsteile

Die Gemeindewerke Bovenden versorgen die Einwohner in allen Ortsteilen im Flecken mit Trinkwasser. Das Gebiet ist nach Angaben der Gemeinde in zwei Versorgungszonen aufgeteilt.

Die Dörfer im Westen, Emmenhausen, Harste, Lenglern, werden aus dem Brunnen in Lenglern beliefert. Für die Ortsteile Bovenden, Eddigehausen, Reyershausen, Billingshausen und Spanbeck wird das Wasser in den Brunnen Osterberg/Weendespring gewonnen. Für Reyershausen wird die Hälfte des Wassers aus der Quellfassung Schneebreite zugeführt. Alle Ortsteile im Flecken Bovenden seien so miteinander verbunden, dass sie sich im Bedarfsfall mit Trinkwasser aushelfen können. (zul)

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