Diskussion um Zukunft von Göttinger Uni-Professor hält an

Blick auf den Campus: Nach wie vor ist die Zukunft eines Wissenschaftlers ungeklärt. Archivfoto: Dittrich

Göttingen. Die Diskussion um die berufliche Zukunft von Prof. Dr. Samuel Salzborn von der Sozialwissenschaftlichen Fakultät der Universität Göttingen geht weiter.

Ein offener Brief, in dem der Fachschaftsrat eine Verlängerung des Vertrags des Wissenschaftlers über Mitte 2017 hinaus fordert, hat inzwischen mehr als 200 Unterstützer.

Dazu gehören zahlreiche in- und ausländische Wissenschaftler. Fabienne Schaffrath, Pressesprecherin des Fachschaftsrat: Die „breite bundesweite Unterstützung“ zeige, dass die Entscheidung des Präsidiums, Prof. Salzborn nicht zu verlängern, nicht nur negative Auswirkungen für die Studierenden hat, sondern auch für den „Ruf der Universität und den Wissenschaftsstandort Göttingen“ fatal sei. Der Fachschaftsrat sieht dadurch die Antisemitismus- und Rechtsextremismusforschung in Göttingen vor dem Aus.

Nach Ansicht der Pressesprecherin versuchte das Präsidium in seiner Mitteilung bewusst den Eindruck zu erwecken, die Entscheidung über das Auslaufen des Vertrages sei im Einvernehmen mit dem Dekan erfolgt. „Dass dem nicht so ist, unterstreicht weiter, dass der Alleingang des Präsidiums nicht nachvollziehbar und wissenschaftlich absurd ist“, so Schaffrath. Außerdem hat den Fachschaftsrat ein Gesprächsangebot von Präsidentin Prof. Dr. Ulrike Beisiegel nicht erreicht.

Schaffrath: „Es ist nicht ersichtlich, warum das Präsidium diese einzigartige Forschungseinrichtung ablehnt. Das Projekt hätte nicht nur der Sozialwissenschaftlichen Fakultät eine hohe Summe an Drittmitteln beschert, sondern auch eine Leuchtturmfunktion für die Gesamtuniversität gehabt. Die Chance auf einzigartige und exzellente Forschung wird hier unterbunden.“ Pressesprecherin Schaffrath vermutet, dass die Dokumentationsstelle aus persönlichen Gründen in ihrer ursprünglichen Konzeption verhindert und die kritische Rechtsextremismusforschung in Göttingen aufgelöst werden soll.

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