Dreijähriges Pilotprojekt: Göttinger Tafel will Flüchtlinge integrieren

Lebensmittelspenden: Zum Einsammeln setzt die Göttinger Tafel seit Cargobikes ein. Als Fahrer fungieren (von links) Klaus-Peter Sandrock, Anton Schmidt und Ingo Köhler. Archivfoto: Müller

Göttingen. Die Mitarbeiter der Göttinger Tafel sollen für die Arbeit mit Flüchtlingen fit gemacht werden. Bei dem dreijährigen Projekt wird die Einrichtung von der Aktion Mensch unterstützt.

Die Arbeit mit Flüchtlingen bestimmt immer mehr das tägliche Geschäft der Tafel. Mehr als 1200 Bedürftige suchen monatlich bei der 1994 gegründeten Einrichtung Unterstützung, etwa 42 Prozent davon sind inzwischen Geflüchtete.

Dies bringt neue Herausforderungen für den alltäglichen Betrieb mit sich. Verständnisschwierigkeiten durch Sprachbarrieren und kulturelle Unterschiede sind dabei nur einen Aspekt vielen.

Häufig sind die Tafeln eine der ersten Anlaufstellen für Geflüchtete in Deutschland. Die Tafeln werden zu einem Ort der Begegnung – mit neuen Nachbarn, einer neuen Kultur und einer neuen Heimat.

Die Integrationsarbeit ist künftig ein fester Bestandteil der Göttinger Tafel-Arbeit: Für das Pilotprojekt „Freiwilligenarbeit als Hilfe für Flüchtlinge bei den Tafeln“ zeichnet die Tafel-Akademie verantwortlich, deren Ziel es ist, die ehrenamtlichen Tafel-Helfer weiterzubilden und in ihrem Engagement zu unterstützen. Neben der Göttinger Tafel sind die Einrichtungen aus Bremerhaven und Marburg dabei.

Martina May und Elke Gerland von der Göttinger Tafel freuen sich auf die neue Herausforderung: „Das Projekt bringt viele neue Chancen – sowohl für die Flüchtlinge als auch für uns Tafel-Aktive.“

Göttingen wurde ausgewählt, weil in Südniedersachsen viele Flüchtlinge direkt zur Tafel kommen. Der andere Grund: Göttingen gilt als liberale Stadt, deren Einwohner neuen Ideen gegenüber aufgeschlossen sind, nicht zuletzt durch die vielen Studierenden.

Jochen Brühl, Vorsitzender des Tafel-Bundesverbands sieht großes Potenzial in dem Pilotprojekt: „Wir als Tafeln sind zu einem zentralen Motor der Integration geworden.“

Drei Projektphasen

In der ersten Projektphase werden die Tafel-Aktiven weitergebildet. Anschließend geht es darum, Flüchtlinge in den Tafelbetrieb zu integrieren. Im dritten Schritt sollen Flüchtlinge qualifiziert werden, damit sie selbst integrative Kurse unter dem Dach der Tafel anbieten und so Hilfestellung für Neuankömmlinge geben können. Die Göttinger Tafel bietet über die Ausgabe von Lebensmittel auch einen Lieferservice sowie eine Rechtsberatung an. (bsc)

Kontakt: Göttinger Tafel, Mauerstraße 16-17, 37073 Göttingen, Tel. 0551/51030.

www.goettingertafel.org

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