Demo gegen Neo-Nazi-Treffen

Eichsfeldtag Leinefelde: Viele hundert Protestierende erwartet

Göttingen/Leinefelde. Mit der Ruhe im beschaulichen Leinefelde (Eichsfeldkreis) ist es am Samstag nicht weit bestellt: Mehr als 1000 Rechtsnationale und ebenso viele Gegendemonstranten werden erwartet. Grund ist der „Eichsfeldtag“ der NPD.

Zentrales Ereignis der Protestler wird am Samstag ab 17 Uhr eine Demo vor dem Bahnhof in Leinefelde sein. Die Demonstranten sammeln sich am Samstag um 14.30 Uhr in Göttingen zu einer Kundgebung am „Nabel“ in der Weender Straße (Fußgängerzone). Danach geht es zum Bahnhof. Treffen dort ist um 15.45 Uhr. Der Zug nach Leinefelde fährt um 16.08 Uhr ab.

Dort hatten vor einem Jahr 600 Menschen aus den benachbarten Kreisen in Thüringen, Niedersachsen und Hessen gegen die Rechtsnationalen und den Eichsfeldtag protestiert. Ein Großaufgebot der Polizei hatte die Demonstranten in Empfang genommen. Das Treffen „Eichsfeldtag“ stellt nach Einschätzung der Gegner eine Verharmlosung dar und sei eines der zentralen Treffen Rechtsradikaler in Deutschland. Motto diesmal: „Nationale Politik in die Parlamente.“ Er sei nun im Vorfeld der Europawahl auch eine NPD-Wahlkampfveranstaltung. Leinefelde fungiere so als Vernetzungsort für die überregionale Nazi-Szene, heißt es in einer Pressemitteilung der Grünen Jugend Göttingen.

Die Veranstaltung ist auch ein Schaufenster für Rechts-Rockbands und Musiker, die auf der schwarzen Liste der Verfassungsschüzter stehen. Auftreten werden diesmal auch die Rechtsrockbands „Sturmwehr“ aus Gelsenkrichen und „Tätervolk“. Letztere hat 2009 ein Album veröffentlicht, das auf den Index gesetzt wurde. Titel: „In brauner Uniform“. Textzeilen wie „Der Rassenkrieg beginnt, seht ihr es denn nicht!“ oder „In brauner Uniform und in strenger deutscher Norm marschieren wir gegen diesen Staat“ werden von der Neonazi-Band auf die Bühne gebracht.

Fadenzieher der Veranstaltung ist ein in Südniedersachsen bekannter Neo-Nazi: Thorsten Heise, der NPD-Vorsitzende im Kreisverband Eichsfeld. 2011 hatte das als „Eichsfeldtag“ benannte Treffen zum ersten Mal stattgefunden.

2012 wollte der Landrat des Eichsfeldkreises, Werner Henning (CDU), die zweite Auflage in der Südstadt verbieten lassen. Doch der Landkreis handelte sich nach Aussage Heises eine „schallende Ohrfeige“ vor dem Oberverwaltungsgericht ein. Die Veranstaltung mit rechten Musikgruppen und Rednern fand statt und wurde zu einer der größten im Freistaat Thüringen. (tko)

Rubriklistenbild: © Archivbild: nh

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