Europa im Mittelpunkt: Schüler diskutieren am THG mit Politikern

Im Gespräch (von links): Fritz Güntzler, Thomas Oppermann, Rolf-Georg Köhler, Yekta Yildirim, Fabian Schleifer, Paula Huppach, Dr. Sascha Schließl, Sabine Lösing und Viola von Cramon. Foto: Voß

Göttingen. Wie können wir Schutzsuchende künftig in ganz Europa willkommen heißen und menschenwürdig unterbringen? Dieser und weiterer Fragen um die aktuelle europäische Flüchtlingspolitik widmeten sich Schüler des Göttinger Theodor-Heuss-Gymnasiums (THG) mit Vertretern aus Europa-, Bundes- und Kommunalpolitik am Montag in einer Podiumsdiskussion.

Zum Gespräch geladen hatten sie neben Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler (SPD), die Bundestagsabgeordenten Thomas Oppermann (SPD) und Fritz Güntzler (CDU), die Europaabgeordnete Sabine Lösing (Linke) sowie Viola von Cramon (Grüne) und den Historiker der Uni Göttingen, Dr. Sascha Schließl. Organisiert wurde der offene Meinungsaustausch von Elftklässlern des Politikleistungskurses anlässlich des Europatages und ausländischen Studierenden der Universität.

Mehr Solidarität in Europa

„Diese Form der offenen Diskussion ist für alle Schüler ein wichtiger Bestandteil ihrer politischen Meinungsbildung“, erläuterte Nina Koebernick, Lehrerin und Fachkonferenzleiterin für Politik, „An der Flüchtlingsdebatte kommt momentan niemand vorbei. Auch unsere Schüler haben einen enormen Gesprächsbedarf.“ Im Focus der Gesprächsrunde stand insbesondere die Frage nach mehr Solidarität in Europa.

Während die geplante Einführung von Flüchtlingsquoten unter allen Teilnehmern für Diskussionen sorgte, waren sie sich einig, dass Willkomenskultur nicht an Landesgrenzen enden dürfe. „Europäische Solidarität heißt nicht, Mauern hoch zu ziehen, sondern sich um Menschen in Not zu kümmern“, brachte es Sabine Lösing auf den Punkt. Unterstützung erhielt sie von Fritz Güntzler, der betonte: „Wir müssen für den europäischen Gedanken werben.“

Kritisch beurteilten die Schüler zudem den Einsatz von Waffen zur Bekämpfung von Fluchtursachen. Gemeinsam mit Thomas Oppermann und Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler machten sie sich stattdessen für den Ausbau europäischer Entwicklungshilfen stark. „Waffen schaffen keinen Frieden, Entwicklungshilfe sorgt für Stabilität und schafft Arbeitsplätze“, mahnten etwa Oppermann und Köhler. Zustimmung erhielten sie dafür von Viola von Cramon, die darüber hinaus eine Förderung aller Projekte verlangte, in denen sich Menschen für eine europäische Migrationspolitik engagieren. „Der richtige Weg, damit ein Mammutprojekt wie die Bewältigung der Flüchtlingsströme gelingen kann“, waren sich auch die Gesprächsleiter und Schüler, Fabian Schleifer, Paula Huppach und Yekta Yilderim, einig.

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