Einsatz in Barsinghausen

Brand in Baustelle von Flüchtlingsheim: Polizei geht von Brandstiftung aus

Die Feuerwehr verhinderte eine schwere Explosion in Barsinghausen.

Göttingen/Barsinghausen. In Barsinghausen bei Hannover hat am Samstag ein Brand in einem im Bau befindlichen Flüchtlingsheim einen Schaden von etwa 100.000 Euro angerichtet. Polizei und Stadtverwaltung gehen von Brandstiftung aus.

Nach den Ermittlungen entzündeten der oder die Täter Dämmmaterial einer Fußbodenheizung in mehreren Stockwerken. Menschen wurden nicht verletzt, das Feuer hätte sich aber nach Angaben der Feuerwehr leicht zur Katastrophe entwickeln können.

Bei den Löscharbeiten fanden die Feuerwehrleute mehrere geöffnete Gasflaschen im Gebäude. Dadurch hätten die Täter die etwa 50 beteiligten Rettungskräfte in akute Lebensgefahr gebracht, hieß es. Die Gasflaschen wurden von den Einsatzkräften ins Freie gebracht und dort gekühlt. Das Gebäude wurde nach Angaben der Feuerwehr anschließend belüftet und mit einer Wärmebildkamera auf Brandnester kontrolliert.

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) sagte noch am Samstag in Hannover, er schäme sich dafür, „dass so etwas auch bei uns in Niedersachsen immer wieder passiert“. Auch Taten, bei denen kein Mensch zu Schaden komme, verunsicherten die Männer, Frauen und Kinder, die aus großer Not nach Deutschland fliehen. Der niedersächsische SPD-Generalsekretär Detlef Tanke ergänzte, es dürfe keine Toleranz für Anschläge auf Flüchtlingsheime und Übergriffe auf Menschen in Not geben.

Der Erste Stadtrat von Barsinghausen, Georg Robra, und Bürgermeister Marc Lahmann (beide CDU) reagierten bestürzt auf das Ereignis: „Es bestärkt uns, weiter an unserem gesellschaftlichen Konsens zur Lösung der Flüchtlingsaufgabe zu arbeiten. Wir werden uns auch unter veränderten Bedingungen weiter dieser Aufgabe stellen.“ Die Parteien und die Verwaltung der Stadt nannten den Brandanschlag erschütternd. Sie wollten weiterhin in Barsinghausen „im fraktionsübergreifenden Schulterschluss“ den Menschen Zuflucht gewähren.

Das Heim sollte nach den Plänen der Stadt bis zu 70 Flüchtlinge aufnehmen. Bereits Ende März sollten die ersten 48 Menschen einziehen. (epd/tko)

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