Friedenspreis für Göttinger Theaterprojekt und Ehepaar aus Mecklenburg

Aktuelle Inszenierung: Rzgar Kalil (vorn) und Dominik Breuer (hinten) spielen im Stück „Eine Stadt verändert sich“ von Boat People Projekt mit. Foto: Reimar de la Chevallerie/nh

Göttingen. Der Göttinger Friedenspreis geht in diesem Jahr an die Theatergruppe „Boat People Projekt“ aus der Uni-Stadt und an ein Ehepaar aus Mecklenburg-Vorpommern.

Das berichtet die Stiftung Dr. Roland Röhl. Sie vergibt den mit 3000 Euro dotierten Preis jährlich seit 1999.

Die Göttinger Theater-Initiative „Boat People Projekt“ arbeitet mit wechselnden Ensembles zu den Themen Flucht und Migration. In jeder Produktion untersuchten die Theaterschaffenden aufs Neue, wie sich die Gesellschaft durch Zuwanderung und Integration verändere, begründete die Stiftung ihre Wahl.

Konkrete Ereigenisse

Die Theaterstücke erzählten konkrete Ereignisse und Geschichten von Flüchtenden. Eindrücklich sei insbesondere, wie Flüchtlinge selbst in die Produktionen und Aufführungen eingebunden würden.

Für das Festival-Projekt „Rockmusik für Demokratie und Toleranz“ wird das Ehepaar Birgit und Horst Lohmeyer aus Jamel bei Wismar geehrt. Sie erhalten den Friedenspreis für ihren unerschrockenen Einsatz und seine Zivilcourage im Kampf gegen Neonazis in Mecklenburg-Vorpommern, erklärte die Stiftung. Seit 2007 veranstalteten die Lohmeyers in jedem Jahr das Open-Air-Festival gegen Rechts. Es solle den Nazis demonstrieren, dass ihnen „demokratischer Gegenwind“ entgegenwehe. Die Eheleute wurden immer wieder von Rechtsextremisten bedroht. Im August 2015 brannte die Scheune ihres Forsthofes nieder.

Stifter des Göttinger Friedenspreises war der Wissenschaftsjournalist Roland Röhl. Er befasste sich vor allem mit Fragen der Sicherheitspolitik und der Konfliktforschung. Röhl starb 1997 an Krebs. Frühere Preisträger waren unter anderem die Organisation „Pro Asyl“ und der SPD-Politiker Egon Bahr. Der Friedenspreis wird am kommenden Samstag in der Aula der Universität Göttingen verliehen. (epd/bsc)

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