Anlaufstelle für Menschen ohne festen Wohnsitz

11.000 Euro für die Straßensozialarbeit Göttingen

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Scheckübergabe für die Straßensozialarbeit: (von links) Carlo Scherrer, Mike Wacker (hintere Reihe), Michael Przibilla, Pastor Thomas Harms, Diakonie-Geschäftsführer Jörg Mannigel und Henning Schreiber von der Wohnungsgenossenschaft.

Göttingen. Die Wohnungsgenossenschaft Göttingen hat 11.000 Euro an die Straßensozialarbeit (Straso) - eine Anlaufstelle für Menschen ohne festen Wohnsitz - der Stadt gespendet. 

Das Geld war anlässlich des 125-jährigen Jubiläums der Genossenschaft im August zusammengekommen. Anstelle von Geschenken, wurde dort um Spenden für die Straßensozialarbeit gebeten. „Diese exorbitante Spende bringt uns einen großen Sprung nach vorne“, ist Pastor Thomas Harms sicher. Damit habe niemand gerechnet. Zumal die Obdachlosen lange nicht mehr im Fokus der Öffentlichkeit gestanden haben.

Dieses Zeichen sei Brückenbauend und bekräftige die gute Zusammenarbeit zwischen der Wohnungsgenossenschaft und der Straßensozialarbeit, fügt Diakonie-Geschäftsführer Jörg Mannigel hinzu.

Aufgaben der Straso

Die Straßensozialarbeit ist als Anlaufstelle für Menschen ohne festen Wohnsitz, bereits seit Juni 2015 in den Räumen der Wohnungsgenossenschaft an der Tilsiter Straße 2a ansässig. Dort haben Obdachlose die Möglichkeit, sich zu waschen und zu verpflegen.

Die 1983 gegründete Straso kümmert sich um Menschen, die obdachlos sind oder die von Obdachlosigkeit bedroht sind. „Unser Ziel ist es, die Lebenslage solcher Menschen zu verbessern“, sagt Diakonieverbands-Geschäftsführer Jörg Mannigel. Dafür halte die Einrichtung viele Hilfsangebote bereit, die auch spontan genutzt werden könnten. „Außerdem begleiten und beraten wir hilfsbedürftige Menschen und zeigen Wege auf, um ihnen ein eigenständiges Leben zu ermöglichen.“

Konkret besteht das Hilfsangebot der Straso aus einer Teestube, in der Obdachlose gegen einen geringen Unkostenbeitrag frühstücken und zu Mittag essen, Zeitung lesen, Radio hören oder sich mit einem der vier hauptamtlichen Sozialarbeiter unterhalten können.

Angeboten wird auch eine medizinische Notfallversorgung, die Möglichkeit zur Körperpflege, zum Wäschewaschen, zum Einrichten einer Postadresse, Unterstützung beim Umgang mit Behörden, individuelle Beratung sowie Hilfe bei Wohnungssuche und Wohnungserhalt.

Keine Beschwerden

„Wir freuen uns, dass wir die wichtigen Aufgaben der Straßensozialarbeit unterstützen können und dass wir die zahlreichen Spenden auf einen Betrag von 11.000 Euro aufrunden konnten“, sagt Henning Schreiber von der Wohnungsgenossenschaft. Auch der gute Kontakt zwischen den Anwohnern und der Straso sei sehr erfreulich. Im Vorfeld des Umzugs befürchtete Beschwerden blieben aus. Im Gegenteil: „Es ist ein gutes Zeichen, dass die Straßensozialarbeit hier so anerkannt und unterstützt wird.“

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