Aktivisten stoppten Rückführung von Familie nach Frankreich

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Aktion am Königsstieg: Die Rückführung einer Familie nach Frankreich wurde verhindert.

Göttingen. Aktivisten haben am Donnerstag in den frühen Morgenstunden am Königsstieg in Göttingen die Rückführung einer Familie aus dem Kosovo nach Frankreich verhindert.

Etwa 100 Teilnehmer waren bei der Aktion dabei.

Zwei Transporter mit Braunschweiger und Wolfsburger Kennzeichen der Landesaufnahmebehörde Braunschweig waren gegen 8.30 Uhr am Königsstieg für die Rückführung vorgefahren. Sie mussten allerdings unverrichteter Dinge wieder abfahren. Das bestätigte auch die Polizei. Auf Transparenten forderten die Teilnehmer der Aktion eine flüchtlingsfreundliche Asylpolitik.

Laut Polizei war die Rückführung bereits gegen 7.30 Uhr gestoppt worden. Eine Polizeistreife hatte kurz darauf festgestellt, dass die Teilnehmer der Aktion auch zum Teil auf der Straße standen. Laut Polizei kam es nicht zu Zwischenfällen. Die Polizei regelte den Verkehr.

Von der Gruppe „Abschiebungen stoppen“ heißt es, dass der sechsköpfigen Familie, die am Königsstieg wohnt, im Falle einer Rückführung nach Frankreich dort ein Leben auf der Straße bevorstünde. „Es ist richtig, dass die Familie hier bleibt. Wir werden uns auch weiterhin für ihren Aufenthalt einsetzen. Entgegen der menschenverachtenden Politik von Regierung und Behörden, die rassistische Gesetze verschärfen, verabschieden und ausführen, fordern wir ein abschiebefreies Göttingen!“, sagte eine Aktivistin in einem Schreiben.

Die Grüne Jugend Göttingen fordert ein dauerhaftes Bleiberecht für weiterhin von Abschiebung betroffene Flüchtlinge. „Göttingen bleibt einmal mehr abschiebefreie Zone, das ist ein Erfolg der Zivilgesellschaft. Solange es aber weiterhin Versuche gibt, Menschen durch Abschiebungen aus der Mitte der Gesellschaft zu reißen, solange wird diese Form der Gegenwehr notwendig bleiben“, so ein Mitglied der Grünen Jugend Göttingen.

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