BAfög-Krise durch Software-Probleme: Auszahlungen sind sicher

Hannover/Göttingen. In Studierendenkreisen herrscht Unruhe und wird die Frage diskutiert: Bekomme ich rechtzeitig mein BAföG? 

Eine neue Software und steigende Antragszahlen nach der Reform stellen Land und Studentenwerke vor Probleme.

Jetzt gehen Politik und Studentenwerke die Krise gemeinsam an und sagen: Die BAföG-Auszahlungen an Studierende seien nicht gefährdet. Notfalls sollen Abschlagszahlungen den Studenten aus Finanzengpässen helfen.

Das kam bei einem Gespräch von Verantwortlichen des Niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur (MWK) und der fünf niedersächsischen Studentenwerke heraus.

Probleme schnell beheben

Man wolle sich gemeinsam den aktuellen Herausforderungen bei den Umstellungen für die BAföG-Zahlungen stellen und die noch bestehenden Probleme zeitnah beheben, heißt es aus dem Wissenschaftsministerium.

Grund: Neue Software

Hintergrund sind die Irritationen im Zusammenhang mit der Software-Umstellung auf das neue DV-Programm „BAföG21“ sowie der elektronischen Antragstellung von BAföG-Leistungen, das sogenannte „eBAföG“.

„Auszahlungen kommen“

„Trotz technischer Schwierigkeiten sind die BAföG-Auszahlungen an Studierende nicht gefährdet. Das Wissenschaftsministerium steht mit den fünf Studentenwerken in Niedersachsen in einem engen Austausch, um einen möglichst reibungslosen Betrieb sicher zu stellen“, sagte Gabriele Heinen-Kljajic, Ministerin für Wissenschaft und Kultur.

Nicht zu hören war aus dem Ministerium, dass die Entwicklung und Einführung eines neuen Systems bereits seit vielen Jahren in der Pipeline ist und sich immer wieder verzögert hat.

Mehr Anträge

Die Beteiligten finden weitere Gründe für die aktuellen Probleme: „Erfahrungsgemäß zeigen sich bei jeder größeren EDV-Umstellung im Praxisbetrieb Anpassungsbedarfe.“ Hinzu käme, dass es zu Beginn eines jeden Wintersemesters aufgrund des üblicherweise erhöhten Antragsvolumens zu verlängerten Bearbeitungszeiten bei den Studentenwerken kommen kann.

Früh Beantragen

Mit im Boot: Die Studentenwerke in Niedersachsen, hier in Göttingen, bemühen sich, die BAföG-Anträge schnell zu bearbeiten und wollen auch Vorschüsse zahlen. 

Die Studentenwerke wissen das und wirken zur Verteilung des Arbeitsaufkommens daher regelmäßig darauf hin, dass Wiederholungsanträge von den Studierenden bereits im Mai/Juni gestellt werden. Hilfreich sei auch, den Antrag persönlich bei den Sachbearbeiter/innen einzureichen, damit dieser vor Ort auf Vollständigkeit und Plausibilität geprüft werden könne.

Mehr Personal

Dennoch: Jetzt erwarten die niedersächsischen Studentenwerke wegen der höheren Freibeträge mehr mögliche BaföG-Bezieher und somit mehr Anträge. Man habe den Personalbestand deshalb bereits erhöht - auch in Göttingen.

Abschlag soll helfen

Der Geschäftsführer des Göttinger Studentenwerks, Prof. Jörg Magull, beruhigt die Studierenden mit BaföG-Anspruch: „Wer frühzeitig und vollständig seinen Antrag stellt, bekommt auch rechtzeitig sein Geld“, sagt Magull, Sprecher der Arbeitsgemeinschaft Niedersächsischer Studentenwerke.

Mehr noch: Die Studenten müssen nicht fürchten, kein Geld zu bekommen, wie Magull sagt: „Wir als Studentenwerke sorgen dafür, dass die Studierenden in Niedersachsen auch bei möglicherweise verzögerter Bearbeitung nicht ohne Geld dastehen.“

Deshalb sollen Abschlagszahlungen helfen: Es sei sichergestellt, dass bei möglichen Bearbeitungsengpässen Abschlagszahlungen geleistet werden. 

Rubriklistenbild: © dpa

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