Bauern klären Passanten auf: Das passiert im Stall und auf dem Feld

Diskussion am Göttinger Nabel: Bauern demonstrieren in der Innenstadt und erklärten Passanten, was auf dem Feld und im Stall geschieht. Foto: Mühlhausen

Göttingen. „Redet mit uns statt über uns – wir machen Euch satt.“ Diese Botschaft haben am Samstag 150 Landwirte aus der Region Passanten auf der Weender Straße in Göttingen mit auf den Weg gegeben.

„Wir machen eine gute, nachhaltige Arbeit. Wir können und wollen zeigen, wie wir auf unseren Höfen arbeiten“, sagt Achim Hübner, Geschäftsführer beim Landvolk Göttingen. Der Kreisbauernverband steht gemeinsam mit dem Maschinenring Göttingen, dem Arbeitskreis Junger Landwirte, den Landfrauen sowie weiteren Organisationen hinter der Aktion in der Göttinger Innenstadt. Auch etliche Landwirte aus dem Landkreis Northeim mit Landvolkgeschäftsführer Gerhard Rudolph schlossen sich der Demo an.

Landwirte in gelben Westen mit dem Aufdruck „Frag doch mal den Landwirt“ schwärmten in der Innenstadt aus, verteilten Infomaterial und beantworteten die Fragen von Passanten. Unterdessen umkreiste ein Korso von zehn mit Bannern bestückten Traktoren den Innenstadtring, um auf die Aktion am Nabel aufmerksam zu machen. Konvoiführer Hagen Schmidt freute sich über zahlreiche „Daumen-hoch“-Grüße von vorbeifahrenden Autofahrern.

Die Aktion richte sich auch gegen die fortlaufende Diffamierung des ganzen Berufsstandes durch einzelne Verbände und Parteien sowie Medien: „Wir wollen, dass es mit der pauschalen Verurteilung aufhört und wir wollen der Landwirtschaft ein Gesicht geben. Jeder einzelne Landwirt hier stellt sich den Fragen der Verbraucher und wir als Gruppe uns dem Dialog“, erklärt Jan Hampe vom Maschinenring Göttingen. Seit Jahren schon betrieben die Landwirte aktive Öffentlichkeitsarbeit und organisierten unter anderem Besuche auf Höfen für Gruppen, von Kindergärten über Senioren bis hin zu Politikern aller Parteien: „Wir haben nichts zu verbergen.“

Der Infotag hatte noch einen weiteren Hintergrund: „Wir wollen zeigen: Wir sind hier, wir sind die Bauern. Ob klein oder groß, bio oder konventionell, ob im Haupt- oder Nebenerwerb“, erklärt Hübner. Hintergrund ist die seit Jahren anlässlich der Grünen Woche in Berlin stattfindende Demonstration „Wir haben es satt“, die die Veranstalter als „Bauern-Demo“ propagieren und bei der zahlreiche Verbände mit ihren Unterstützern auf die Straße gehen, um gegen Gentechnik und Pflanzenschutz zu demonstrieren.

Bauern suchen das Gespräch mit Bürgern

Hübner zeigte sich am Samstag zufrieden: „Wir haben viele Menschen erreicht. Es ist erstaunlich, wie viele Leute irgendeinen Bezug zur Landwirtschaft haben und dass so viele Verbraucher aufgeschlossen sind für das, was wir machen.“

Von Christian Mühlhausen

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