Viele nutzen das Angebot

Bilanz der Vebraucherzentrale Göttingen: 6500-mal Hilfe gegen Abzocke

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Masche im Internet: Wenn Verbraucher Opfer von Fake Shops werden, bekommen sie unter Umständen keine oder minderwertige Ware.

Göttingen. Hilfe nach einer Abzocke durch eine miese Masche oder für wichtige Vertragsabschlüsse gibt es bei der Verbraucherzentrale in Göttingen. Insbesondere die individuelle Beratung wird stärker nachgefragt.

Mehr Beratung

Ein Plus gibt es bei den meist kostenpflichtigen Fach- und Rechtsberatungen. Waren es 2014 noch 2166 Termine, so absolvierten die Mitarbeiter im vergangenen Jahr 2234 Beratungsgespräche. Hinzu kommen 2932 kurze Auskünfte. Außerdem gab es 27 Veranstaltungen für Gruppen - ähnlich viel wie im Vorjahr. Insgesamt gab es fast 6500 Kontakte - Tendenz weiter steigend.

Umzug als Glücksgriff

Als Glücksgriff erwies sich der Umzug vom Papendiek in die Jüdenstraße, berichtet Leiterin Elke Tiebel. Der Publikumsverkehr sei deutlich angestiegen. Dort ist die Beratungssstelle im Erdgeschoss untergebracht und die Kunden müssen nicht mehr den Aufzug oder eine Treppe nutzen. Die Göttinger Anlaufstelle hat fünf feste Mitarbeiter.

Verbraucherrecht

Bei fast jeder dritten Beratung geht es um Verbraucherrecht - zum Beispiel Ärger mit Handwerker-, Not-, Kunden- und Reparaturdiensten. Aber auch Abonnements oder Haustürgeschäfte fallen darunter. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Energieberatung. Dabei geht es auch um Energieeinsparung, Fördermöglichkeiten oder Probleme beim Anbieterwechsel und bei Preiserhöhungen.

Ärger mit dem Handy

Immerhin bei jeder siebten Beratung geht es um Ärger mit Telefon, Handy oder Internet, weil es Probleme bei der Kündigung von Verträgen, dem Anbieter- oder dem Tarifwechsel sowie mit überhöhten Rechnungen gibt. Immer wieder muss die Göttinger Verbraucherzentrale vor neuen Maschen im Internet warnen.

Konkrete Hilfe

In mehreren Fällen gab es Schwierigkeiten bei der vorzeitigen Auflösung eines Telefonvertrags beim Zusammenzug mit einem Partner. So erging es auch einem Göttinger, der den alten Vertrag mit einer Restlaufzeit kündigen wollte. Da das Telefonunternehmen aber auch am neuen Wohnort die Leistung anbieten konnte, bestand kein außerordentliches Kündigungsrecht. Die Verbraucherzentrale konnte doch einen vorzeitigen Ausstieg erreichen. Der Ratsuchende sparte 240 Euro.

Öffnungszeiten

Die Verbraucherzentrale ist montags und donnerstags von 10 bis 18 Uhr sowie dienstags von 10 bis 14 Uhr geöffnet. Dienstags und donnerstags können von 9 bis 10 Uhr telefonisch Termine vereinbart werden. (bsc)

Kontakt: Verbraucherzentrale Göttingen, Jüdenstraße 3, 37073 Göttingen, Tel. 0551/5 70 94.

www.verbraucherzentrale-niedersachsen.de/goettingen

Mogel-Shops: Teure Online-Schnäppchen

Bei der Jagd nach Online-Schnäppchen landen viele Verbraucher in Fake Shops. Sie bestellen dort Ware, die anschließend gar nicht oder nur in minderwertiger Qualität geliefert wird.

Vor diesen Machenschaften warnt die Verbraucherzentrale Göttingen. Die Konsumenten haben bei den Fake Shops in der Regel bereits per Vorkasse bezahlt - und werden dann abgezockt.

Ein kurzer Erklärfilm zeigt im Internet auf unterhaltsame Art, woran Verbraucher die Mogel-Shops erkennen können, denn die Betreiber gehen äußerst raffiniert vor. Manchmal stellen die Abzocker sogar identische Kopien von Internetseiten echter Anbieter ins Netz.

„Fake Shops bieten Produkte meistens extrem günstig an. Es wird der Eindruck erweckt, sie seien ein Schnäppchen. Zudem erlauben Fake Shops oft verschiedene Bezahlmöglichkeiten. Aus scheinbar technischen Gründen funktioniert häufig jedoch nur die Vorauskasse. Bezahlen die Kunden, ist ihr Geld weg“, warnt Rechtsexpertin Kathrin Körber.

Deshalb sollten Verbraucher vorsichtig sein, wenn einer der folgenden verdächtigen Punkte gegeben ist:

• Die Shop Präsenz befindet sich in der Umgebung großer, seriöser Online-Shops. Es gibt jedoch kaum Kontaktmöglichkeiten und die Unternehmeridentität ist unklar.

• Das Impressum fehlt oder ist unvollständig. Die Seiten des Shops sehen hingegen ziemlich professionell aus.

• Im Internetbrowser fehlt in der Adresszeile das Kürzel „https://“ mit Vorhängeschloss.

• Die Kundenbewertungen auf der Internetseite sind immer sehr gut und erwecken den Eindruck, es handele sich um einen anerkannten Shop.

• Von mehreren Bezahlmöglichkeiten bleiben während des Bestellvorganges nur die Vorauskasse, Direktüberweisung und der Versand per Nachnahme übrig.

• Wertvolle Vertrauenssiegel werden missbräuchlich verwendet.

• Der Bestellbutton kann falsch beschriftet sein - zum Beispiel mit „Einkaufen“ oder „Weiter“.

• Am Ende des Bestellprozesses erhält der Verbraucher keine oder eine ungenügende Bestellbestätigung. (bsc)

www.verbraucherzentrale-niedersachsen.de/das-schnaeppchen

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