Bosse sorgt für begeisternden Soundcheck-Festival-Auftakt

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Sympathisches Kraftpaket: Axel Bosse mit siebenköpfiger Band bot einen ganz starken Auftakt zum NDR-2-Soundcheck-Festival in Göttingen. 1500 Zuschauer in der Stadthalle waren durchgeschwitzt und begeistert. Bosse spielte knapp 100 Minuten. 

Göttingen. Heiß, heißer, die Stadthalle, im Volksmund Kachelofen genannt, kocht am Donnerstagabend, als Bosse mit Band die knapp 1500 Zuschauer im ausverkauften Saal mitreißt – zum NDR-2-Soundcheck-Auftakt.

Bosse darf länger spielen 

Bereits 2013 war Axel Bosse beim Schlusskonzert in der Lokhalle dabei. Diesmal eröffnet der Sänger aus Braunschweig das Festival und erhält eine 30-Minuten-Zugabe, weil das Konzert mit der Sängerin Alessia Cara später ausfällt. Bosse samt siebenköpfiger Band darf 90 Minuten ran. „Gute Besserung für das Gebiss und Alessia nach Amerika – aber wir sind jetzt die Gewinner“, ruft Bosse in den Saal. Jubel.

In der ersten Liga 

Axel Bosse hat Erfolg – das jüngste Album stürmte auf Platz 1, dort, wo auch „seine“ Eintracht in Liga 2 steht. Bosse aber spielt in der ersten Liga der deutschen Sänger. Erfolgreich ist er schon seit Jahren. Das lässt Bosse seine Fans aber nicht spüren. Er ist nahbar und bescheiden – und dennoch eine echte Rampensau, mit viel Energie. Der Mann möchte etwas geben, und nicht nur die Liebe des Publikums entgegennehmen, die am Ende ohnehin massenhaft – und verdient – bekommt.

Einfach sympathisch 

Ein Grund: Axel Bosse ist einfach sympathisch. Jener Typ, mit dem man locker in der Kneipe um die Ecke auf ein Bier geht. So erzählt er gerne auch mal eine Geschichte aus dem Leben. Zum Beispiel dass er in seinem Heimatdorf ob der musischen Begabung und langer, wallender Haare als „Mozart“ abgestempelt wurde und Trost bei einem Mädchen fand. Szenen aus einem normalen Teenager-Leben.

Besondere Texte 

Besonders sind die Bosse-Liedtexte: angenehm unkonventionell, einfach, intelligent, nachdenkenswert. Schöne Zeilen, die im Kopf bleiben, entstehen so zwangsläufig. „Mein Selbstmitleid kaust Du wie Dessert und kippst drei Gläser Kummer hinterher.“ So unschwülstig wie in „Dein Hurra“ erzählen nur wenige Liedermacher über die Menschen, die Liebe und deren Kraft, das Negative nur durch die Anwesenheit zu vertreiben. Oder: „Die Bordsteine klappen hoch und schieben uns aneinander“ – das sind sie, die genialen einfach-schlichten Bosse-Texte.

Der Oberrang tanzt 

Axel Bosse erzählt auch über die Zeit in Istanbul – wünscht der Türkei und den so offenen Türken Ruhe, den Menschen Glück, spricht an alle einen Appell für Menschlichkeit und Empathie aus. Ein Höhepunkt des Abends ist „Frankfurt/Oder“, das singt die ganze Halle und da steht der Oberrang. „Ich möchte einmal mit Euch den Arsch schwingen“, sagt ein schwer schwitzender Bosse und bekommt den Wunsch erfüllt.

Nur ein Leben 

Dann sind da aber auch die ruhigen Stücke des sonst gern dauerhüpfenden tapsigen Tanzbären Bosse. Wie „Vier Leben“. Ein Song über das hektische Leben, und die so wichtige Freude über schöne Momente, was vielen von uns im Alltag so schwer fällt: „Als hätten wir vier Leben. Wir haben aber eins“, im Saal wünschen und fühlen sich ihr Leben gerade intensiv anders. „Steine“ passt in diese Stimmung: „Ich sitz am Bett und kaue Steine.“ So spricht Bosse nur über die so arg schwierige Problembewältigung.

Intensiver Konzertabend 

Am Ende steht ein intensiver, ein schöner Konzertabend mit einem authentischen. liebenswerten Sänger. Ein Abend, der auch viele Party-, Hüpf-, Klatsch- und Glücksmomente hatte. Auch für Bosse und die starke Band. 

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