Bundesweiter Aufruf zum Protest gegen NPD-Demonstration am 10. September

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Festnahme: Bei einer sogenannten Mahnwache des als rechtsextrem geltenden Freundeskreises Thüringen/Niedersachsen Ende Juli in Göttingen war es zu Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten aus der linken Szene und der Polizei gekommen.

Göttingen. Der 10. September könnte zu einem Demonstrations-Samstag mit vielen Teilnehmern aus dem rechten und dem linken Lager in Göttingen werden.

Inzwischen gibt es einen bundesweiten Aufruf gegen eine Demonstration, die der NPD-Unterbezirk Göttingen für diesen Tag angemeldet hat.

Zur Teilnahme an der Gegenaktion einen Tag vor der Kommunalwahl in der Uni-Stadt ruft ein „Bündnis Goldener Herbst 2.0“ im Internet auf. Zuvor soll es am Freitag, 9. September, um 20 Uhr eine Vorabenddemo am Gänseliesel geben. Der Begriff „golden“ geht auf eine Aktion von Autonomen gegen eine NPD-Demonstration im Oktober 2005 zurück. Damals war es zu massiven Ausschreitungen in der Uni-Stadt gekommen.

Dem Aufruf des Bündnisses schließen sich immer mehr Gruppen an. Auf dem Twitter-Account der Berliner Skatepunkband ZSK heißt es beispielsweise: „Am 10.9. mit uns nach Göttingen fahren und den Naziaufmarsch stoppen!“

Die Polizei muss daher damit rechnen, dass viele auswärtige Demonstrationsteilnehmer nach Göttingen reisen werden, um gegen die Aktion der NPD zu protestieren.

Am Donnerstag hatte es zunächst Entspannung gegeben: Der als rechtsextrem geltende Freundeskreis Thüringen/Niedersachsen, dem viele Aktive der NPD angehören, hatte drei geplante sogenannte Mahnwachen in Göttingen abgesagt. Das war vom „Bündnis gegen Rechts“ in Stadt und Landkreis Göttingen als großer Erfolg gewertet worden. Bei einer Mahnwache des Freundeskreises Ende Juli in Göttingen war zu Auseinandersetzungen zwischen der Polizei und Demonstranten aus dem linken Spektrum gekommen. Sieben Beamte waren dabei verletzt worden.

Jens Wilke, NPD-Kandidat für die Landratswahl im Landkreis Göttingen, macht unterdessen auf der Facebook-Seite des Freundeskreises massiv Werbung für die NPD-Demonstration am 10. September. Sie soll um 11 Uhr starten und nach Angaben der Stadtverwaltung am Schützenplatz beginnen und enden. Während der Aktion sind Zwischenkundgebungen auf dem Markplatz und am Jugendzentrum vorgesehen.

Am Freitag gab es ein Kooperationsgespräch zwischen den Demonstrations-Anmeldern von der NPD und den Behörden. (bsc)

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