City-Managerin: 2016 nur vier verkaufsoffene Sonntage in Göttingen

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Publikumsmagnet: Veranstaltungen von Pro City locken Massen in die Göttinger Innenstadt – vor allem an verkaufsoffenen Sonntagen. Wir hier anlässlich von „Göttingen zieht an“.

Göttingen. In Göttingen wird es 2016 nur noch maximal vier statt bisher sechs verkaufsoffene Sonntage in der Innenstadt, dem Kaufpark und am Lutteranger geben.

Grund ist ein Urteil des Verwaltungsgerichts in Hannover nach einer Klage von Verdi. Für Göttingen heißt das: Zwei verkaufsoffene Sonntage fallen weg. Wir sprachen darüber mit Frederike Breyer, Geschäftsführerin von Pro City.

Frau Breyer, warum diese Beschränkung auf ein Urteil hin, das noch keine Gesetzeständerung zur Folge hat? 

Frederike Breyer, Geschäftsführerin von Pro City

Frederike Breyer: Wir reagieren wie andere Städte auf das Urteil des Verwaltungsgerichts Hannover aus 2015. Es geht um die Zählweise von verkaufsoffenen Sonntagen in einer Stadt und Feiertage, wie 1. Mai, 3. Oktober oder auch den 27. Dezember, wenn sie Sonntage sind. DieAnzahl der verkaufsoffenen Sonntage in einer Stadt wird nun nicht mehr nach einzelnen Gebieten betrachtet. Für Göttingen bedeutet dies, dass insgesamt maximal an vier Sonntagen geöffnet werden darf. Größere Städte wie Hannover sind davon noch stärker betroffen. Dort werden viel mehr offene Sonntage wegfallen. In Göttingen hatten wir sechs verkaufsoffene Sonntage pro Jahr – je zwei am Lutteranger, zwei im Kaufpark und zwei in der Innenstadt.

Das heißt, es gibt keine Ausnahmen? 

Breyer: Nein, es werden nicht mehr als vier in Göttingen genehmigt, obwohl wir eigentlich sieben beantragt hatten. Und: Der geplante offene Sonntag während des Landesturnfestes im Juni wird leider entfallen.

Wie beeinflusst das die Planungen? 

Breyer: Aus drei einzelnen verkaufsoffenen Sonntagen im Frühjahr – Kaufpark, Innenstadt und Lutteranger – wird zum ersten Mal ein gemeinsamer verkaufsoffenen Sonntag am 3. April. Dann veranstaltet Pro City „Göttingen zieht an“ – deutlich früher als sonst im April. Wir rechnen mit einer attraktiven Veranstaltung für Besucher, den überall wird es starke Angebote geben. Wir werden diese Veranstaltung auch stärker und weiter im Umland bewerben. Zusätzlich werden am Lutteranger und im Kaufpark im Herbst eigene Sonntage stattfinden. Das Gänselieselfest am 24. und 25. September wird bleiben. Trotzdem: Die Situation ist nicht so, wie wir uns das ausgesucht haben.

Ist das Urteil fest zementiert, oder besteht die Möglichkeit die Regelung aufzuweichen? 

Breyer: Das ist die aktuelle Entwicklung und die Reaktion der Städte darauf. Wir werden die Lage noch einmal prüfen lassen und hoffen auf Änderungen.

Wie bewerten Sie das für Pro City und die Innenstadt? 

Breyer: Es ist für uns natürlich sehr unglücklich. Wir öffnen ja nicht nur die Türen der Geschäfte, sondern es gibt immer noch eine Veranstaltung drumherum. Wir kreieren in der City Erlebnisse für die Menschen, und das in Zeiten, da der Online-Handel immer stärker wird, zudem an jeden Sonntag „geöffnet“ hat. Umso wichtiger ist es, dass wir den Menschen in der Innenstadt Erlebnisse bieten können – auch an Sonntagen. Und die Besucherzahlen sprechen ja für sich: Die Menschen kommen auch aus dem Umland in Scharen zu den Pro-City-Veranstaltungen in die Innenstadt. Deshalb würden wir uns eigentlich eher mehr offene Sonntage wünschen. Das Landesturnfest hätte wunderbar gepasst, mit Sport- und Kulturangeboten. Nun werden wir sehen, wie wir die anderen Tage des Festes in der Innenstadt mit begleiten können.

Wird es statt der Sonntage zusätzliche Pro-City-Samstagveranstaltungen geben? 

Breyer: Wir haben ja den Weltkindertag und die Nacht der Kultur an Samstagen, bewerben das aber nicht als verkaufsoffen. Die Geschäfte öffnen dann zu ihren normalen Zeiten.

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