Spitzenreiter war in der 30er-Zone mit Tempo 111 unterwegs

Dreieck Drammetal: Neuer Blitzer ertappte an zwölf Tagen 7436 Sünder

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Neuer Blitzer in der Hundskurve: Seit Ende Januar wurde und wird es für Raser im Dreieck Drammetal in der Auffahrt von der Autobahn 38 zur A 7 Richtung Kassel teuer. 

Dramfeld. Der neue Blitzer im Autobahndreieck Drammetal überführt täglich hunderte Raser. In den ersten zwölf Tagen nach Aufstellung wurden 7436 Fahrzeuge geblitzt.

Seit 28. Januar „scharf“

Die neue Anlage im Übergang von der Autobahn 38 zur Autobahn 7 in Richtung Kassel wurde am 28. Januar „scharf“ geschaltet. Dort gilt eine Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h.

Viel zu schnell

Bis zum 8. Februar liegen nun die Zahlen vor. Und: Vier von fünf der Temposündern bewegten sich im Bußgeldbereich, waren also nach Abzug der Toleranz mehr als 20 Stundenkilometer zu schnell, und müssen mit Punkten in Flensburg rechnen. Zehn Prozent der 7436 Raser waren sogar so schnell, dass sie zusätzlich mit einem Fahrverbot erwartet.

Spitzenreiter

Der Spitzenreiter war mit Tempo 111 unterwegs. Das wird mit drei Monaten Fahrverbot, zwei Punkten in Flensburg und 680 Euro Bußgeld geahndet.

Wie viel Geld der Landkreis insgesamt einnehmen wird, wollte die Behörde mit Blick auf die laufenden Einspruchsfristen nicht sagen.

Hunderte Sünder täglich

Anfangs wurden täglich etwa 800 Sünder ertappt. Inzwischen ist diese Zahl auf 500 gesunken. Der Landkreis vermutet, dass sich der Blitzer-Standort inzwischen „herumgesprochen“ hat beziehungsweise Updates auf Navigationssystemen erfolgten, die stationäre Blitzer anzeigen. Die Daten des 244.000 Euro teuren Blitzgeräts werden täglich ausgelesen. Die Investition dürfe sich angesichts der vielen geblitzten Fahrzeuge schnell rechnen.

Thema Sicherheit

„Uns geht es nicht ums Geld, sondern um die Sicherheit an dieser Stelle“, betonte Landkreis-Sprecher Ulrich Lottmann. Die sogenannte Hundskurve beim Übergang von der A 38 zur A 7 in Richtung Kassel hatte sich zu einem Unfallschwerpunkt entwickelt: Zwischen 2012 und 2014 stieg die Zahl der Unfälle von 29 über 34 auf 57. Neben den zum Teil schweren Unfallfolgen waren immer wieder Reparaturen an den beschädigten Leitplanken erforderlich, was auch zu Sperrungen und daraus resultierenden Staus führte.

„Knöllchen“ ins Ausland

Übrigens: Ausländische Raser kommen nicht ungeschoren davon, wenn sie ertappt werden. Nach Angaben des Landkreises macht ein Übereinkommen für die gegenseitige Anerkennung von Geldbußen, das mit 20 Staaten besteht, eine Verfolgung möglich.

Über das Kraftfahrtbundesamt in Flensburg erfährt der Kreis die Daten der ausländischen Halter und schreibt sie in deren Landessprache direkt an. „Das wird in der Regel auch bezahlt“, sagt Landkreis-Sprecher Ulrich Lottmann. Sollten sie nicht zahlen, so werden die Behörden im Heimatland des Rasers eingeschaltet. Und dann kann es für den Sünder unter Umständen noch teurer werden.

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