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Uni Göttingen erstellt Atlas für Gebärdensprache

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Von: Margarete Leissa

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Die Buchstaben D, E, F, G und H in Gebärdensprache: Göttinger Sprachwissenschaftler wollen einen Atlas für die Deutsche Gebärdensprache erstellen. Foto:Jan-Peter Kasper/dpa
Die Buchstaben D, E, F, G und H in Gebärdensprache: Göttinger Sprachwissenschaftler wollen einen Atlas für die Deutsche Gebärdensprache erstellen. Foto:Jan-Peter Kasper/dpa

Göttingen. Wissenschaftler der Universität Göttingen beginnen demnächst ihre Arbeit an einer online verfügbaren Grammatik der Deutschen Gebärdensprache.

Gemeinsam mit neun Projektpartnern in Europa und Israel wollen die Sprachwissenschaftler in den nächsten vier Jahren einen Atlas der Gebärdensprache erstellen, um das sprachliche und kulturelle Erbe gehörloser Europäer zu dokumentieren. Gefördert wird das Projekt mit insgesamt 2,5 Millionen Euro von der Europäischen Union.

„Gehörlose Menschen bilden nicht nur in den westlichen Gesellschaften eine besondere sprachliche und kulturelle Minderheit“, sagt der Göttinger Germanist Prof. Dr. Markus Steinbach. In den nächsten Jahren wollen er und seine Kollegen den mehrsprachigen Atlas auch online verfügbar machen und darin die typologischen Variationen der Gebärdensprache darstellen. Diese wird aus einer Verbindung von Gestik, Mimik, lautlos ausgesprochener Wörter sowie der Körperhaltung gesprochen.

Die Sprachwissenschaftler gehen zudem einen Schritt weiter: „Wir legen auch ein Archiv mit ausgewählten Lebensgeschichten gehörloser Menschen an“, sagt Steinbach. Diese werden, wie auch die digitale Grammatik, barrierefrei und in Gebärdensprache zugänglich sein.

In Deutschland leben laut des Deutschen Gehörlosen-Bundes etwa 80 000 Gehörlose und 140 000 Schwerhörige, die auf einen Gebärdensprache-Dolmetscher angewiesen sind. Gefördert wird das Projekt über das EU-Programm Horizon 2020. 

www.uni-goettingen.de

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