Fast 2000 Studenten warten in Göttingen auf einen Platz im Wohnheim

Neubau: Das Studentenwohnhaus Theodor-Heuss-Straße 13 hat das Göttinger Studentwerk angemietet, die Städtische Wohnungsbau-GmbH errichtet. Eine bisher einmalige Koopieration um Wohnraum für Studierenden zu schaffen. Archivfoto: Kopietz

Göttingen. Vor Beginn des Wintersemesters 2016/17 warten knapp 2000 Studenten in Göttingen auf einen Wohnheimplatz in Häusern des Göttinger Studentenwerks.

Damit ist die Situation vor Semesterstart unverändert drastisch im Vergleich zu den Vorjahren. Insgesamt droht wieder eine Wohnungsnot, wenn auch nicht in den Ausmaßen wie 2015, als ab Herbst zudem viele Flüchtlinge nach Göttingen strömten.

Damals wurden vom Studentenwerk und auch der Wohnrauminitiative Notunterkünfte eingerichtet. Auch eine Kooperation mit einem Hotel ermöglichte Studierenden, vor allem Anfängern, das preisgünstige Übernachten, so lange, bis sie ein Zimmer zur Miete gefunden hatten.

Das Studentenwerk bietet diese Möglichkeit auch zum Wintersemesterstart an - diesmal im neuen Bed & Breakfast-Hotel „Bartholomäusbogen“, das zentral, nur etwa 100 Meter vom Zentralcampus entfernt liegt. Dort sind 15 Doppelzimmer mit Einzelbetten buchbar, also 30 Plätze, für fünf Euro die Nacht. Die Vermietung läuft über das Servicebüro des Studentenwerks. Infos unter: www.studentenwerk-goettingen.de

Fix in einer Bude des Studentenwerks unterzukommen, das ist eine utopische Vorstellung, denn 4447 Plätzen in den 41 Wohnobjekten sind vermietet.

Die Wartelisten sind lang: 1953 Studenten haben sich dort eingetragen. Bis zum 31. August gingen allein 3980 Bewerbungen ein. 780 konnten vermittelt werden. 366 Bewerbungen liegen für spätere Einzugswunschtermine (2017 bis 2018) vor. 364 Bewerbungen wurden zurückgezogen.

Das Studentenwerk kann auch keine neuen Wohnheime aus dem - in Göttingen knappen und teuren - Boden stampfen: In Niedersachsen sind seit 2000 keine Zuschüsse mehr für Projekte rund um das Studentische Wohnen geflossen. Sämtliche Aktivitäten des Studentenwerks Göttingen, durch Sanierung, Neubauten, neue Vermittlungsideen wie das Projekt „Wohnen für Hilfe“, neuen Wohnraum für Studierende zu schaffen, erfolgen aus eigenen Mitteln und per Kredit.

Kooperationsmodelle wie in der Theodor-Heuss-Straße mit der Städtischen Wohnungsbaugesellschaft als Bauherr und dem Studentenwerk als Mieter behält Geschäftsführer Prof. Jörg Magull zwar im Auge, sind aber auch nicht beliebig und schnell umzusetzen.

Aber: Zum Wintersemester steht das Wohnheim Kreuzbergring 16 frisch saniert zur Verfügung und bietet Platz für 21 Studierende. Das Studentenwerk Göttingen will, wie Magull sagt, diese Sanierungen älterer Wohnheim unvermindert fortsetzen.

Auch läuft das Projekt Wohnen für Hilfe mit der Freien Altenarbeit Göttingen weiter. Privatleute, die freien Wohnraum haben, bietet ihn für Hilfe im Alltag an.

Wer Wohnraum anbieten möchte, kann sich auch direkt beim Studentenwerk unter 0551/39-5839 melden.

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