Forscher der Uni Göttingen: Wandel von Regenwäldern zu Plantagen wirkt sich massiv auf Umwelt aus

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Auf dem Weg zur Palmölmühle: Ein Laster transportiert in Sumatra frisch geerntete Früchte. 

Göttingen. Die Umwandlung von tropischen Tieflandregenwäldern in Ölpalmplantagen hat Auswirkungen auf Umwelt und Menschen.

Das haben Forscher der Universität Göttingen, des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ) in Leipzig und der indonesischen Bogor Agricultural University herausgefunden.

Bei ihrer Bewertung aller Ökosystemfunktionen in Ölpalmplantagen im Vergleich zu Tieflandregenwäldern fanden die Wissenschaftler heraus, dass in Ölpalmplantagen elf von 14 Ökosystemfunktionen rückläufig sind. Zu diesen Funktionen zählen beispielsweise Gas- und Klimaregulierung, Wasserregulierung und -versorgung, die Abmilderung von Extremereignissen und die Bereitstellung von Nahrungsmitteln und Rohstoffen sowie Arzneistoffressourcen.

Einige der rückläufigen Ökosystemfunktionen würden Folgen nach sich ziehen, die nicht mehr rückgängig zu machen seien. Gleichzeitig hätten sich aber auch Managementoptionen gezeigt, die Schäden reduzieren und mehrere Ökosystemfunktionen begünstigen könnten, teilt die Universität mit.

Da die bisherige Forschung über die Umweltauswirkungen von Ölpalmanbau nur lückenhaft sei, hätten die Wissenschaftler etwa 1000 Studien zusammengetragen und so einen Überblick über die Veränderungen in den Ökosystemfunktionen erhalten.

Außerdem fanden die Forscher heraus, dass die größten negativen Effekte mit der Waldzerstörung einhergehen. Ölpalmplantagen sollten deshalb nur auf bereits umgewandelten Flächen angelegt werden.

Der Verlust von Funktionen könne zwar abgemildert werden, manchmal mit einfachen Mitteln wie Mulch und Kompost. Dennoch sollte die Waldumwandlung vermieden werden, heißt es in der Mitteilung weiter.

„Während das allgemeine Ergebnis so zu erwarten war, zeigen sich eine Vielzahl von ökologischen und gesellschaftlich schädlichen Auswirkungen auf lokaler bis globaler Ebene“, sagt Kerstin Wiegand von der Uni Göttingen. 

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