11,8 Millionen Euro Fördergelder

Forschung in Göttingen geht weiter: Hilfe für schwache Herzen

Im Modell: ein menschliches Herz. Die Erforschung von Herzschwäche steht in Göttingen im Fokus. Archivfoto: dpa

Göttingen. Die Erforschung von wirksamen Behandlungsmethoden bei Herzschwäche steht weiterhin im Fokus der Universitätsmedizin Göttingen (UMG).

Wie die Deutsche Forschungsgemeinschaft mitteilt, will sie den Sonderforschungsbereich 1002 „Herzschwäche“ für weitere vier Jahre mit 11,8 Millionen Euro fördern.

Gerd Hasenfuß

Für Professor Dr. Gerd Hasenfuß, Sprecher des Sonderforschungsbereichs und Direktor der Klinik für Kardiologie und Pneumologie an der UMG, eine erfreuliche Nachricht. So gelte die Herzschwäche als eine der häufigsten Erkrankungen in Europa. Rund zwei Prozent der Europäer seien davon betroffen, schätzt der Mediziner. „Trotz der Entwicklung moderner, effektiver Behandlungsmethoden ist die Lebensqualität der Patienten eingeschränkt. Derzeit überlebt nur etwa die Hälfte aller Erkrankten weitere fünf Jahre“, sagt Hasenfuß.

Seit vier Jahren widmen sich daher Wissenschaftler aus verschiedenen Bereichen der Herz-Kreislaufforschung in Göttingen der Untersuchung der im Volksmund Herzschwäche genannten Herzinsuffizienz. Beteiligt sind neben Medizinern der UMG auch Experten aus der Pharmakologie sowie der Biochemie, Biophysik, Informatik und Physik.

Erklärtes Ziel ist es, neben der Entwicklung neuer wirksamer Behandlungsverfahren die Details und Zusammenhänge der Krankheit zu erforschen, so Hasenfuß. Im Mittelpunkt der Untersuchungen steht dabei das Phänomen der gesteigerten mechanischen Herzmuskellast, welche die Wissenschaftler als Hauptursache für die Entstehung von Herzschwäche vermuten.

Zu einer gesteigerten Last des Herzmuskels kann es laut Hasenfuß in Folge von Herzinfarkten oder Herzerkrankungen kommen. Diese Last führe zu Pumpschwäche und dem Auftreten von Herzrythmusstörungen, die nach Einschätzung des Mediziners als die beiden häufigsten klinischen Probleme bei Herzschwächepatienten gelten.

Neue Medikamente

Heilung versprechen sich die Forscher um Hasenfuß von der Entwicklung neuer Medikamente und Therapiemethoden. Insbesondere Wirkstoffe, die gezielt auf kleinste Funktionseinheiten von Herzmuskelzellen wirken, seien erfolgsversprechend, schätzt Hasenfuß.

Eingesetzt werden sollen die neuen Behandlungsverfahren im Deutschen Zentrum für Herz-Kreislaufforschung (DZHK) in Göttingen. „Außer Göttingen gibt es noch zwei andere Standorte, Frankfurt und München, die einen eigenen Sonderforschungsbereich haben und Mitglied im DZHK sind“, erklärt der Mediziner die Bedeutung des Herz-Forschungsstandortes. Foto: UMG/nh

Kontakt: Universitätsmedizin Göttingen, Prof. Dr. Gerd Hasenfuß, Tel. 0551/39-6350, hasenfus@med.uni-goettingen.de

www.med.uni-goettingen.de

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