Auszeichnung für „Boat People Projekt“ und „Jamel rockt den Förster“

Friedenspreis gegen Rassismus

Göttinger Friedenspreis 2016: Jurymitglied Prof. Wolfgang Vogt (links) und Stiftungsmitglied Carmen Barann (rechts) mit den Friedenspreisträgern Birgit Lohmeyer (Zweite von rechts) und der Göttinger Theatergruppe „Boat People Projekt“. Foto: Schröter
+
Göttinger Friedenspreis 2016: Jurymitglied Prof. Wolfgang Vogt (links) und Stiftungsmitglied Carmen Barann (rechts) mit den Friedenspreisträgern Birgit Lohmeyer (Zweite von rechts) und der Göttinger Theatergruppe „Boat People Projekt“.

Göttingen. Die freie Göttinger Theatergruppe „Boat People Projekt“ sowie das Ehepaar Birgit und Horst Lohmeyer aus Jamel sind die Träger des Göttinger Friedenspreises 2016. .

Der mit insgesamt 3000 Euro dotierte Preis der Stiftung Dr. Roland Röhl wurde am Samstag in der voll besetzten Universitäts-Aula am Wilhelmsplatz verliehen „Selten haben uns in den vergangenen Jahren politische und gesellschaftliche Ereignisse so nachhaltig und umfassend berührt wie die, die wir heute mit den beiden Preisträgergruppen thematisieren“, betonte Stiftungsmitglied Carmen Barann in ihrer Begrüßungsrede. Das Göttinger „Boat People Projekt“ wurde für die Einbindung von Flüchtlingen in seine Produktionen ausgezeichnet. Es arbeitet mit wechselnden Ensembles zu den Themen Flucht und Migration, Heimat, Identität, Religionszugehörigkeit, Ausgrenzung, Vereinnahmung und Integration.

Die Eheleute Lohmeyer erhielten den Preis für ihren Einsatz und ihre Zivilcourage im Kampf gegen Neonazis in Mecklenburg-Vorpommern. Unter anderem veranstalten sie seit 2007 das jährliche Open-Air-Rockfestival „Jamel rockt den Förster“ gegen Rechtsextremismus.

„Ich gratuliere den Preisträgern im Namen der Göttinger Bürgerinnen und Bürger zu dieser verdienten Ehrung, mit der Ihre seit Jahren geleistete, beispielhafte Arbeit die verdiente Anerkennung findet“, sagte Göttingens Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler. Universitäts-Vizepräsident Dr. Ulf Diederichsen beglückwünschte die Stiftung und das Auswahlkomitee „zu der gelungenen Wahl“ der Preisträger. „Sie alle setzen sich seit langer Zeit gegen Bestrebungen ein, die Willkommenskultur in unserem Land zu unterlaufen“, sagte Diederichsen. „Viele derartige Projekte und Initiativen würden unserem Land und würden Göttingen gut zu Gesicht stehen.“

Auch Laudator Thomas Gebauer, Geschäftsführer des Vereins medico international, lobte die Preisträger in höchsten Tönen. „Indem sie Rassisten und Rechtsextremen die Stirn bieten und Migranten samt ihren Nöten eine Bühne geben, setzen sie Zeichen, an denen man nicht schnell vorbeikommt“, sagte Gebauer. „Sie zeigen, dass Fremdenfeindlichkeit und verquaste Weltbilder nicht hingenommen werden müssen und zwingen auf diese Weise auch diejenigen, die sich lieber raushalten wollen, sich selbst zu positionieren.“ Genau solche Vorbilder bräuchten offene Gesellschaften.

Nachdem Carmen Barann und Jurymitglied Prof. Wolfgang Vogt unter dem stürmischen Applaus der zahlreichen Gäste die Preise verliehen hatten, sorgten Ausschnitte vom aktuellen Theaterstück des „Boat People Projekt“ und vom Festival „Jamel rockt den Förster“ für einen würdigen Abschluss der Veranstaltung.

Der Göttinger Friedenspreis

Der mit 3000 Euro dotierte Göttinger Friedenspreis wird seit 1999 jährlich an Einzelpersonen oder Gruppen verliehen, die sich durch grundlegende wissenschaftliche Arbeit oder durch herausragenden praktischen Einsatz um den Frieden besonders verdient gemacht haben. Stifter war der 1997 verstorbene Göttinger Wissenschaftsjournalist Dr. Roland Röhl. Der promovierte Chemiker befasste sich als Journalist vor allem mit Fragen der Sicherheitspolitik sowie der Konflikt- und Friedensforschung. Weitere Informationen und alle bisherigen Preisträger: www.goettinger-friedenspreis.de 

Friedenspreis gegen Fremdenfeindlichkeit

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren: Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.