Gebäude steht seit zehn Jahren leer

Früheres Göttinger EAM-Haus wird zu Büro- und Wohnhaus

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Torso: Das ehemalige und mittlerweile entkernte EAM-Hochaus des Architekten Jochen Brandi an der Kasseler Landstraße in Göttingen. Es soll zum Büro- und Wohnhaus werden. 

Göttingen. Aus dem ehemaligen EAM-Hochhaus an der Kasseler Landstraße wird ein Wohn- und Bürogebäude. Außerdem soll an der Ecke zur Bachstraße ein Hotelneubau entstehen.

Das wurde im Bauausschuss der Stadt Göttingen bekannt. Seit etwa zehn Jahren steht das EAM-Gebäude leer. Jetzt wird es entkernt und dann für seine künftige Nutzung als Wohn- und Bürogebäude umgebaut. Dort soll auch ein Kindergarten untergebracht werden.

Kritik entzündete sich daran, dass die Niedersächsische Denkmalschutzbehörde das Gebäude als Baudenkmal eingestuft hat. Allerdings hatte die Behörde gleichzeitig eine Anhörungsfrist zu dem Thema eingeräumt. Damit konnten die Arbeiten beginnen. „Es ist nur die Ankündigung gewesen, dass es unter Denkmalschutz gestellt werden sollte“, so die Auffassung von Stadtbaurat Thomas Dienberg.

Er machte zudem deutlich, dass nicht jedes Gebäude aus der Feder eines Architekten denkmalwürdig sei. Laut Dienberg hätte die Stadt gegen die Denkmal-Entscheidung Widerspruch eingelegt.

Die Pläne für das EAM-Gebäude stammen vom Göttinger Architekten Jochen Brandi (1933 bis 2005), der sich auch für den Erhalt und Umbau der Lokhalle eingesetzt und für mehrere markante Gebäude in der Uni-Stadt – wie eine Villa und das Göttinger-Tageblatt-Verlagshaus – verantwortlich zeichnet. Inzwischen ist ein Weg direkt neben der Lokhalle nach ihm benannt worden.

Bauausschuss-Mitglied Ulrich Holefleisch (Bündnis 90/Die Grünen) betonte, dass das EAM-Gebäude über zehn Jahre leer gestanden habe und damit nicht genutzt wurde. „Da muss der Architekt Fehler gemacht haben“, diagnostizierte Holefleisch. Durch den Umbau werde das Haus nun nachhaltig genutzt und erinnere zudem noch an Brandi. Das sei eine gute Lösung.

Die Piraten fordern mit Blick auf Baudenkmäler, dass die Stadt ihre Datenbank aktualisiert und in der Verwaltung das Personal für den Denkmalschutz aufgestockt wird.

Neu bebaut wird auch das Eckgrundstück Kasseler Landstraße/Bachstraße – mit einem Hotel. 

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