Neujahrsempfang des Evangelischen Krankenhauses

Geburtsstation zieht von Neu-Mariahilf nach Weende

Prof. Dr. Michael Karaus, Medizinischer Geschäftsführer des Evangelischen Krankenhauses Göttingen-Weende.

Göttingen. Der Kauf des Krankenhauses Neu-Mariahilf hat sich für das Evangelische Krankenhaus Göttingen-Weende gelohnt – dort wurden, entgegen dem Trend in Göttingen, 2015 mehr Kinder geboren als 2014.

„Das bestärkt uns darin, an diesem Schwerpunkt festzuhalten“, sagte der Medizinische Geschäftsführer, Prof. Dr. Michael Karaus am Mittwochabend beim Neujahrsempfang und fügt gleich eine „großartige Nachricht“ an: Die Gynäkologie und Geburtshilfe wird von Neu-Mariahilf in das Weender Krankenhaus umziehen. Das hat das Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung auf Antrag erlaubt. „Dann gibt es bald hoffentlich viele Weender Babys“, sagte Karaus.

Ein Wechsel, der wiederum zum Leitsatz des Krankenhauses passt: „Wachstum und Wandel im Dienste des Menschen“ vor 360 geladenen Gästen.

In seinem Rückblick auf das Krankenhaus-Jahr stellte Karaus die Aufgabe der Flüchtlingsbetreuung obenan. Sein Haus sei von Beginn an in die Betreuung und medizinische Versorgung der Asylantragsteller eingebunden gewesen. Kamen früher fünf bis zehn Menschen aus dem Grenzdurchgangslager Friedland zu Untersuchung, so habe sich die Zahl drastisch erhöht: „Täglich kommen Busse mit 100 Asyl suchenden Menschen aus Friedland zur ärztlichen und radiologischen Erstuntersuchung.“ Etwa 50 Menschen werden täglich bei Teiluntersuchungen über das Gesundheitsamt geschickt und in den Standtorten Lenglern und Neu-Mariahilf untersucht.

Das sei nicht nur eine logistische Aufgabe, sondern auch im Umgang miteinander nicht immer problemfrei. Spannungen und Missverständnisse könnten laut Karaus nur mit sehr viel Kommunikation und mehrsprachiger Betreuung sowie Hinweisschilder vermieden werden.

Neujahrsempfang Evangelisches Krankenhaus Weende

Als Beispiel für eine gelungene Integration nannte Karaus Dr. Albertoaui. Der syrische Arzt sei längst als anerkannter Facharzt und Kardiologe voll eingebunden und akzeptiert.

Karaus ging aber auch auf die schwierige Lage der niedersächsischen Krankenhäuser ein. Nur vier von zehn schreiben gute Ergebnisse. Für das Weender habe die Übernahme des defizitären Neu-Mariahilf eine 2014 eine große Belastung bedeutet.

Karaus beklagt auch einen immer größeren bürokratischen Aufwand im Krankenhausbetrieb. Gleichzeitig fehlen Köpfe im Arzt- und Pflegedienst am Patientenbett, weil dort Mitarbeiter in den nachtschichtfreien Kontroll- und Steuerdienst wechselten. Es fehle aber auch am Geld, zusätzliche Kräfte einzustellen.

Gewachsen ist das Weender Krankenhaus trotz schwieriger Bedinungen aber doch: Es verzeichnete mehr Patienten im Vergleich zu 2014. Dafür erhielt es vom Ministerium zwölf weitere Betten und hat jetzt 433 Akutbetten und 64 geriatrische Reha-Plätze in Weende sowie 104 Akutbetten in Neu-Mariahilf. Personell wurden 22 Mitarbeiter mehr beschäftigt als 2014

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