Göttinger Nord-Campus wächst: Platz für neuen Super-Computer

Erweiterung im Uni-Nordbereich: Dort soll zunächst ein neues Rechenzentrum entstehen. Außerem ist die Fläche für ein neues Gewächshauszentrum vorgesehen. Weiterhin ist Platz für ein Institut für Züchtungsforschung und den Neubau der Falkultät für Agrarwissenschaften. Foto: Rampfel

Göttingen. Der Nord-Campus der Universität Göttingen wächst. Der Bauausschuss der Stadt stimmte für Pläne zur Erweiterung um eine fast zehn Fußballfelder große Fläche. Dort soll unter anderem ein Rechenzentrum entstehen.

In dem neuen, 7,4 Hektar großen Areal im Nord-Osten des Nord-Campus sollen gleich mehrere Neubauten entstehen. Durch die Erweiterung wird der Nordbereich, in dem die Naturwissenschaften konzentriert sind, künftig 110 Hektar groß sein. Das entspricht einer Fläche von fast 150 Fußballfeldern. Rainer Bolli, Leiter des Gebäudemanagements der Uni, stellte die Pläne im Bauausschuss vor.

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Zentrales Projekt ist ein neues Rechenzentrum, das von der Gesellschaft für wissenschaftliche Datenverarbeitung (GWDG), der Max-Planck-Gesellschaft, der Universitätsmedizin, den Abteilungen Informationstechnologie und Gebäudemanagement der Universität Göttingen sowie der Digitalen Bibliothek der Staats- und Universitätsbibliothek gemeinsam betrieben werden soll. Unter anderem wird dort ab 2018 der Nachfolger des größten Computers Norddeutschlands für Wissenschaftsaufgaben, der derzeit in Hannover steht, aufgestellt.

Ab 2017 soll zunächst ein Gebäudekomplex mit Maschinenraum und Technikflächen für die Computer sowie Büroflächen errichtet werden. Im zweiten Bauabschnitt sind Erweiterungen des Rechenzentrums sowie Flächen für die Abteilung Informationstechnologie und Informationsmanagement der Uni vorgesehen.

Im Bereich des Planungsgebietes soll zudem ein neues Gewächshauszentrum des Agrarbereichs der Uni entstehen, das mit der Abwärme der Rechner beheizt werden soll. In Planung ist zudem ein Blockheizkraftwerk (BHKW), das die Sicherheit der Stromversorgung des Rechenzentrums erhöhen und es bei Ausfall des Stromnetzes versorgen kann. Die Abwärme des BHKW soll in ein bestehendes Fernwärmenetz eingespeist werden.

Nebeneffekt des neuen Rechenzentrums: Durch dessen Bau werden wertvolle Flächen in zentraler Lage der Universitätsmedizin frei. Durch Umbau und Nachnutzung der frei werdenden Flächen kann Raumnot in zentralen Bereichen der Uni-Medizin gemindert werden.

In der Erweiterung des Nord-Campus sind Flächen für einen Neubau der Fakultät für Agrarwissenschaften der Universität Göttingen vorgesehen. Dann wären alle Naturwissenschaften im Norden der Stadt konzentriert.

Auch das Thema Naturschutz spielt bei der Erweiterung des Nord-Campus eine wichtige Rolle: Bei der Planung werden nach Angaben von Rainer Bolli, Leiter des Gebäudemanagements der Uni, beispielsweise die Belange von Zauneidechsen und Feldhamstern berücksichtigt.

Abschließend muss nach einem jetzt folgenden Anhörungsprozess der Rat über den Erweiterungsplan für den Nordbereich der Uni entscheiden.

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