Nun hat sie ein Buch über ihren Glauben geschrieben

Steter Kampf gegen Klischees: Göttingerin wurde mit 26 Jahren Miss Germany

Miss Germany, Lehrerin und Buchautorin: Lena Bröder

Göttingen. In einer Welt, die für viele oberflächlich scheint, hat sie sich ihren Glauben bewahrt: die amtierende und in Göttingen geborene Miss Germany Lena Bröder.

Von ihrem Glauben erzählt sie auch in ihrer Autobiografie „Das Schöne in mir“.

Religion sei immer ein Teil ihrer Kindheit gewesen, sagt die 27-Jährige. Sie sei in einen katholischen Kindergarten gegangen, habe geholfen Gottesdienste vorzubereiten und war bei Sternsingern und Pfadfindern aktiv. „Ich wurde aber nicht streng religiös erzogen. Es wollte mich in meiner Familie nie jemand bekehren.“

Glaube und Religion seien für die angehende Lehrerin immer etwas sehr Normales gewesen, geschämt habe sie sich dafür nie. In ihrem Heimatort Herzberg am Harz habe sie auch nicht mit Vorurteilen kämpfen müssen. „Dort sind viele katholisch. Da ist man kein Exot“, sagt Bröder. Und so sei der Glaube ihr unsichtbarer Begleiter - der immer da ist. „Ich bin zurzeit viel unterwegs. Da gibt mir das Beten viel Sicherheit.“

Schon in der Schule habe ihr Religion großen Spaß gemacht. Ihre Lehrer seien Vorbilder für sie gewesen. „Sie haben mir Wege geöffnet, sagt sie. Vorbild möchte die Referendarin, die bei Münster lebt, auch für ihre Schüler sein: „Ich habe kein Recht dazu, jemanden zu bekehren.“

Seit einem halben Jahr ist Bröder nun Miss Germany, lebt in einer Model-Welt und ist viel unterwegs. Dabei schließen sich Religion und gutes Aussehen aber nicht aus, findet die 27-Jährige. Im Gegenteil: „Ich habe von beiden Seiten gelernt.“

Bei Miss-Wahlen stehe sie auf der Bühne. Das bringe ihr Selbstbewusstsein, das sie auch in der Schule brauche. „Das Klassenzimmer ist im Endeffekt ja auch eine Bühne mit 30 Zuschauern.“ Von Schülern und Ausbildern würde sie genauso beobachtet wie von der Jury einer Miss-Wahl.

Negative Erfahrungen wegen ihres Glaubens habe sie auch in der Öffentlichkeit nie gemacht. Viel mehr würden sich die Menschen dafür interessieren. „Ich bin eine studierte Frau, die auch noch katholische Religion unterrichtet und für eine Miss Germany mit inzwischen 27 schon recht alt ist. Mir war gar nicht bewusst, welche Klischees ich damit aufgebrochen habe“, erzählt sie.

Ihre erste Wahl gewann Bröder vor sechs Jahren im Göttinger Alpenmax. „Ich bin mit meiner Schwester einfach hingefahren, weil ich dachte, das könnte Spaß machen.“

Spaß habe Bröder dann auch bei der Wahl zur Miss Germany haben wollen. Sie habe immer davon geträumt, Teil der großen Show und des Camps zu sein, erzählt sie. „Dass ich dann den Titel gewinne, damit habe ich gar nicht gerechnet.“

Große Ehre: Miss Germany Lena Bröder überreichte Papst Franziskus das erste Exemplar ihres Buches, in dem sie von ihrem Glauben erzählt.

Der Herder-Verlag, in dem Lena Bröders Buch erschienen ist, ermöglichte der 27-Jährigen auch ein Treffen mit dem Papst im Vatikan in Rom. Der erhielt das erste Exemplar - eine Woche vor Erscheinen des Buches. „Es war ein Wunsch von mir ihn zu treffen, und es war eine tolle Begegnung.“

Lebenslauf: 

• Lena Bröder, geboren in Göttingen, ist aufgewachsen in Herzberg am Harz. Nach dem Abitur wollte die 27-Jährige zunächst Polizistin werden, nachdem sie alle Prüfungen bestanden hatte, entschied sie sich für ein Lehramtsstudium der Fächer katholische Theologie und Hauswirtschaft in Kassel.

Lehrerin gewinnt "Miss Germany"-Wahl

Inzwischen lebt sie mit ihrem Partner in Nordwalde bei Münster. Mit ihrem Referendariat an einer Schule in Havixbeck setzt Bröder für ein Jahr aus. Ihre erste Miss-Wahl gewann sie im Göttinger Alpenmax. Als erste Miss Germany überhaupt durfte sie den Papst treffen.

• „Das Schöne in mir“, Autobiografie von Lena Bröder, Herder-Verlag, Klappenbroschur mit 160 Seiten, 16,99 Euro. ISBN: 978-3-451-37615-3

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