Nach Großbrand in Göttinger Industriegebiet: Ermittlungen gegen Mieter

Göttingen. Nach dem Brand in einem Göttinger Industriegebiet am frühen Freitagmorgen ist gegen den Mieter der Lagerhalle, in der Chemikalien lagerten, ein Ermittlungsverfahren eingeleitet worden. Verletzt wurde niemand. Die Ursache steht noch nicht fest.

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Der Brand war gegen 4 Uhr entdeckt worden. Am Freitagmittag war der Brand so weit unter Kontrolle, dass nur noch eine Brandwache vor Ort bleiben musste. Zur Brandursache und zur Höhe des Sachschadens gab es am Freitag keine Angaben.

Aktualisiert um 15.10 Uhr

Bei den Chemikalien handele es sich nach den bisherigen Erkenntnissen um ungiftige Lösungsmittel und Aktivkohle, sagte der Leiter der Behörde, Achim Henke. Außerdem war Elektroschrott in der Halle gelagert. Bei mehreren Messungen seien in der Luft auch keine gesundheitsgefährdenden Stoffe festgestellt worden, erklärte eine Polizeisprecherin.

Gewässerverunreinigung nach Großbrand im Industriegebiet

Menschen kamen bei dem Großbrand nicht zu Schaden. Auch in den umliegenden Betrieben wurde die Produktion nicht beeinträchtigt.

Kurzclip: Großbrand in Göttingen

Durch das Löschwasser hat sich die Grone, ein angrenzender Bachlauf, giftgrün verfärbt. Dies sei nach Erkenntnissen aber ungefährlich, sagte die Sprecherin der Polizei.

Die 20 mal 20 Meter große Lagerhalle wurde für weitere Ermittlungen von der Polizei beschlagnahmt. Am Montag will sie sich das Gebäude anschauen.

Gegen den 41 Jahre alten Mieter läuft nun ein Ermittlungsverfahren wegen des "Verdachts des Unerlaubten Umgangs mit gefährlichen Abfällen" und des "Unerlaubten Betreibens einer Anlage".

Der Hallenmieter hatte bereits 2007 und 2008 monatelang für Schlagzeilen gesorgt, weil er in Fredelsloh (Landkreis Northeim) ein illegales Chemikalien-Lager betrieben hatte. Die gefährlichen Abfälle mussten auf Steuerzahlerkosten entsorgt werden, weil die Betreiberfirma in Insolvenz ging.

Im Einsatz waren 150 Helfer. (tat/dpa/pid)

Hintergrund: Das ist Uranin

Uranin gehört zur Gruppe der Xanthenfarbstoffe und ist ein vielfältig verwendeter gelber, unter UV- und Tageslicht grün fluoreszierender Farbstoff. Uranin besitzt in wässriger Lösung ein enormes Färbevermögen. So kann bei Schiffbrüchigen beziehungsweise nach Notwasserungen mit einer Menge von lediglich 500 g Uranin eine Meeresfläche von 4000 Quadratmeter auffällig gefärbt und somit die Entdeckung durch Suchtrupps, gerade aus der Luft, erleichtert werden. Der Farbstoff wird vielfältig eingesetzt, insbesondere zum Einfärben von Schaumbädern, Badezusätzen, Shampoos, Kosmetika und Frostschutzmitteln für Autokühler. Kurios: Jedes Jahr am 17. März, dem St. Patrick’s Day, wird der Chicago River, der durch Chicago fließt, mit Uranin grün eingefärbt. (Quelle: Wikipedia)

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