Strafanzeigen für Fahrer

Großkontrolle auf A7: Mängel an jedem zweiten Lastwagen

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Kam zur Unterstützung nach Niedersachsen: Stephan Röther aus Staufenberg von der Autobahnpolizei Kassel.

Göttingen/Nörten-Hardenberg. In einer groß angelegten Kontrollaktion hat die Polizeidirektion Göttingen am Donnerstag den gewerblichen Güter- und Personenverkehr überprüft.

Bis 12.30 Uhr erhielten zwei Fahrer Strafanzeigen.

Egal ob ein seitlich eingerissener Reifen eines Litauer LKW, den der Fahrer an Ort und Stelle wechseln musste, die um sechs Zentimeter überschrittene Maximalhöhe eines rumänischen Sattelschleppers oder ein norwegischer Kleintransporterfahrer, der unter Drogeneinfluss stand - nichts entging den aufmerksamen Augen der Einsatzkräfte. Unter der Leitung der Göttinger Polizeidirektion waren zwischen 10 Uhr und 15 Uhr auf der Autobahn 7 und der Bundesstraße 6 an den drei Kontrollpunkten in Nörten-Hardenberg, Hildesheim und Nienburg insgesamt rund 130 Einsatzkräfte aktiv. Neben Beamtinnen und Beamte verschiedener Polizeidienststellen (auch aus Nordhessen) waren Mitarbeiter des Zoll, des Bundesamtes für Güterverkehr (BAG), der Gewerbeaufsicht und des Veterinäramtes im Einsatz.

Wurde angehalten: Dieser Rumäne musste sich in Geduld üben, während die Autbahnpolizei seinen Lkw überprüfte.

„In den Bereichen, in denen wir heute kontrollieren, hat es in der Vergangenheit immer wieder Unfälle mit Lkw-Beteiligung gegeben“, begründete Einsatzleiter Peter Osburg die Aktion. Hauptunfallursache seien dabei immer wieder Geschwindigkeitsüberschreitungen, Unterschreitung des Sicherheitsabstandes sowie das Nichteinhalten der Lenk- und Ruhezeiten gewesen. Neben gezielten Kontrollen in dieser Richtung wurde aber auch ein Augenmerk auf das Thema Ablenkung (etwa durch Handys) gelegt. So eine Kontrolle ist für uns Berufsfahrer natürlich immer lästig, weil wir ständig unter Termindruck stehen“, sagte Klaus Springer, der gerade eine ungeplante Zwangspause von einer knappen Stunde auf dem Parkplatz Leineholz West bei Nörten-Hardenberg verbracht hatte.

„Andererseits habe ich vollstes Verständnis für solche Aktionen, weil sie einfach sein müssen“, so der Kurierdienstfahrer aus Feuchtwangen. Schließlich gebe es zu viele schwarze Schafe, die mit verkehrsuntauglichen Lkw unterwegs seien und so eine Gefahr für sich selbst und vor allem für andere darstellten.

Unfälle minimieren 

„Meistens bekommen wir tatsächlich eine positive Resonanz wie diese von den Fahrern, die wir kontrollieren“, meinte Peter Osburg. Der überwiegende Teil der Fahrer akzeptiere es und arbeite mit.

Aber natürlich gebe es auch einige wenige, die sich fürchterlich darüber aufregen würden. „Uns geht es definitiv nicht darum, hier nur abzukassieren, sondern darum, auf Gefahren aufmerksam zu machen und so die Zahl der Unfälle zu minimieren“, betonte der Einsatzleiter.

„Wenn wir einen Fahrer kontrollieren und alles ist in Ordnung, dann freuen wir uns genauso wie er und wünschen ihm eine gute Fahrt.“

Bis 12.30 Uhr zwei Straftaten und 49 Beanstandungen 

Während eine endgültige Auswertung der Kontrollaktion noch auf sich warten lassen dürfte, zog die Polizei um 12.30 Uhr schon eine erste Zwischenbilanz. Bei den 95 an allen drei Kontrollstellen überprüften LKW gab es 49 Beanstandungen (unter anderem Nicht-Einhaltung der Lenk- und Ruhezeiten, technische Defekte wie abgefahrene Reifen oder Überschreitung der maximal zulässigen Höhe). Zwei unter Drogeneinfluss stehenden Fahrern wurde vor Ort der Führerschein abgenommen. Sie erwartet eine Strafanzeige. Bei einer zusätzlich durchgeführten Geschwindigkeitskontrolle in Höhe Lutterberg waren zwischen 10 Uhr und 12.30 Uhr von 8848 überprüften Fahrzeugen 249 zu schnell unterwegs - zehn davon so schnell, dass sie mit einem Fahrverbot rechnen müssen. Der schnellste Raser wurde in der Tempo 100-Zone mit 155 Km/h gemessen.

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