Handelsverband fordert mehr Sicherheit für Besucher

Unmut über Bettler in Göttingen - Stadt weist Kritik zurück

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Blick auf die Weender Straße: Vom Handelsverband kommt die Forderung, dass die Stadtverwaltung mehr für die Sicherheit der Besucher unternimmt.

Göttingen. Der Handelsverband Hannover (HVH), der auch viele Göttinger Händler vertritt, fordert die Stadtverwaltung auf, deutlich strikter für die Sicherheit der Besucher der Göttinger Innenstadt zu sorgen. Die Stadt weist diese Kritik zurück.

Aggressive Bettler

„Aggressive Bettler und Betrunkene trüben den Spaß am Stadtbummel und schmälern damit den Umsatz“, sagt Alexander Grosse, Kreisvorsitzender des Handelsverbandes in Göttingen.

Umfragen

Das unbeschwerte und ungestörte Einkaufserlebnis in den Städten werde nach wie vor hoch geschätzt, wie aus Sicht des HVH zahlreiche Umfragen belegen – darunter die Studie „Mögliche räumliche Auswirkungen von Online-Handel auf Innenstädte, Stadtteil- und Ortszentren“ der BBE Handelsberatung GmbH. Dabei spiele jedoch das subjektive Sicherheitsempfinden der Kunden, das sich aus vielen Faktoren zusammensetzt, eine große Rolle, macht der HVH deutlich.

Gemeinsame Aktionen

Viele Innenstädte arbeiten laut Handelsverband bereits mit Hochdruck daran, Shoppen für die Bevölkerung zum Erlebnis zu machen. Kommunen und Werbegemeinschaften helfen durch Feste, besondere Dekoration der Straßen und gemeinsame Service- und Rabattaktionen dem stationären Handel dabei, sich erfolgreich gegen die zunehmende Konkurrenz im Onlinehandel zu bewähren.

Organisiertes Betteln

„Umso trauriger ist es, dass durch organisiertes Betteln und lärmende Gruppen Betrunkener die Lust am Bummel in den Einkaufsstraßen wieder beeinträchtigt wird“, ärgert sich Grosse. Nur mit Unterstützung der Kommunen werde es dem stationären Handel gelingen, auch in Zukunft ein lohnendes Ziel für die ganze Familie zu sein und dadurch seinen Fortbestand und damit die Steuereinnahmen für die Kommune zu sichern.

Nicht korrekt beschrieben

„Uns scheint die Situation in der Göttinger City nicht korrekt beschrieben. Hier ist die Sicherheit absolut nicht bedroht“, heißt es aus dem Neuen Rathaus. Natürlich werde in der Innenstadt gebettelt, wie in anderen Innenstädten deutscher Großstädte auch.

Problematisches Verhalten

„Leider gibt es immer einmal wieder auch problematisches Verhalten von betrunkenen oder angetrunkenen Menschen. Darauf haben die Polizei und der Stadtordnungsdienst ein wachsames Auge“, macht die Verwaltung in einer Stellungnahme deutlich.

Rechtsstaatliche Prinzipien

„Das reicht so weit, wie es unsere rechtsstaatlichen Prinzipien zulassen. Die gelten auch für den Handel“, sagt Pressesprecher Detlef Jahannson. „Ob einem etwas gefällt oder missfällt – allein daraus lässt sich die Rechtmäßigkeit behördlichen Eingreifens nicht ableiten.“

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