Tag des Handwerks: Tischlerei Welling mit Technik in die Zukunft

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Automatisches Lager: In der Tischlerei Welling in Göttingen übernimmt eine Maschine den Zugriff aufs Holzplattenlager und bestückt eine Säge. Geschäftsführer Christoph Welling und Roland Niesse sind stolz darauf. 

Göttingen. Die Geschichte der Tischlerei Welling in Göttingen steht für die rasanten Entwicklungen im Handwerk. Das Unternehmen, das einst spezialisiert war auf die Produktion von Fenstern und Türen hat eine enorme Vielfalt im Angebot – auf Maß.

„Wir sind flexibel“, beschreibt Christoph Welling nüchtern das, was die Tischlerei auszeichnet. In der Werkhalle an der Benzstraße wird deutlich, was Welling kurz und knapp beschreibt: In einer Ecke steht eine Schrankwand – auf Maß produziert. Daneben fräst ein Mitarbeiter mit einer computergesteuerten Maschine Buchstaben für den Schriftzug eines Hotels.

Vorne in der Halle sind fünf Mitarbeiter daran, den Boden, von dem die Basketballriesen der BG zu Korblegern abheben, neu aufzubereiten.

Christoph Welling ist ein Tischlermeister der modernen Schule, er sitzt viel am Schreibtisch, organisiert, plant – ist aber auch oft in der Halle unterwegs, die Wege sind kurz, der Draht zu den 15 Mitarbeitern ebenfalls.

Andere Zeiten waren das, als dessen Vater Hans 1970 die Firma vom Gründer Josef Welling übernahm. Der hatte das Unternehmen 1944, während des Krieges, gestartet und vor allem Fenster produziert.

Der in der Innenstadt gelegene Betrieb wuchs und zog später in die Südstadt an die Benzstraße um. Dort vollzog sich ein technologischer Sprung: Mit CNC-Maschinen wurden Möbeln produziert. Möbel – Einzelstücke wie komplette Küchen – und Ladeneinrichtungen bestimmen heute maßgeblich Produktion und Abläufe, wie Christoph Welling, der 2000 nach der Meisterprüfung einstieg, sagt. 2001 wurde der Betrieb erweitert und modernisiert. Seit Oktober 2002 ist er Geschäftsführer und verantwortlich für die Investitionen in moderne Technik und Software. „Wir stecken viel vom Erwirtschafteten in den Betrieb – nur so können wir dranbleiben, weiter hochwertige Tischlerarbeiten, individuell abgestimmt anbieten“, sagt Welling.

Handwerkliches Können – theoretisch wie praktisch – wird dennoch gebraucht. Aber der Umgang mit Computern wird wichtiger. Dafür stehen auch die vor einigen Jahren gekauften Maschinen im CNC-Bearbeitungszentrum.

Investiert wird weiter: Nun steht eine neue Säge in der Halle. Eine noch präzisere Maschine zur Kantenbearbeitung kommt Ende des Jahres dazu.

Noch mehr Geld verschlang die neue, super-saubere Halle, die seit 2013 steht. Der Clou ist ein vollautomatisches Säge-Lager: Wie von Geisterhand gesteuert, fischt sich der Greifer die mit Codes versehenen richtigen Platten aus dem Stapel und füttert die Säge. „Das spart Zeit und verschafft uns einen Überblick, was am Lager ist.“ Und die Mitarbeiter werden entlastet, das Heben der schweren Platten entfällt.

Bequemer ist es auch für die Kunden geworden: Sie können sich dank 3D-Visualisierung Möbel und Einrichtungen für den Wohn- und Geschäftsbereich vor der Fertigung am Bildschirm ansehen.

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