Polizei ertappt in Göttingen an zwei Tagen 142 Autofahrer am Telefon und ohne Gurt

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Kontrollaktion am Sandweg in Göttingen: Hier wurden am Dienstag Fahrzeuge gestoppt.

Göttingen. Die Göttinger Polizei hat ihre Ankündigung vom Wochenende wahr gemacht: Die Beamten kontrollierten am Montag und Dienstag im Stadtgebiet, ob Fahrer am Steuer mit dem Handy telefonierten - und erwischten als Beifang auch viele Gurtmuffel.

Und tatsächlich: Am Montag und Dienstag ertappten die Polizisten 53 Autofahrer sowie einen Radfahrer in der Uni-Stadt beim Telefonieren. Ganz nebenbei wurden dabei auch 85 Verstöße gegen die Anschnallpflicht entdeckt. Außerdem war ein Autofahrer ohne gültige Fahrerlaubnis unterwegs. Zwei Fahrer verstießen gegen vorgeschriebene Lenk- und Ruhezeiten.

Im Sandweg und an sieben anderen Stellen im Stadtgebiet beobachteten jeweils zwei Beamte am Dienstag vom Straßenrand aus den fließenden Verkehr. Etwa 200 Meter weiter waren jeweils Polizisten postiert, die die Sünder stoppten.

Polizeikommissar Jann Rentsch kennt die Ausreden der Autofahrer zur Genüge. Er bekommt beispielsweise zu hören, dass die Fahrer gerade einen ganz besonders wichtigen Anruf bekommen haben. Zudem wird der Chef, der gerade anruft, gern vorgeschoben.

Immer öfter beobachtet Rentsch, dass am Steuer Nachrichten geschrieben werden. Da kommt dann als Ausrede: „Ich habe doch gar nicht telefoniert.“ In den vergangenen zwei Jahren haben im Bereich Göttingen ganze vier Autofahrer nach Unfällen zugegeben, dass die Handy-Nutzung die Ursache für den Vorfall war. Rentsch vermutet, dass die Dunkelziffer noch deutlich darüber liegt. Das Verbot gilt generell - ein Handy darf nicht benutzt wenn es gehalten werden muss. Ausnahme: Wenn das Fahrzeug steht und bei Kraftfahrzeugen der Motor ausgeschaltet ist, wie Jörg Arnecke mitteilt, der Verkehrssicherheitsberater der Polizeiinspektion Göttingen. Und: Das Verbot gilt auch, wenn die Autos bei Rot vor einer Ampel angehalten werden.

Am Montag verteilten die Ordnungshüter in Göttinger Schnellrestaurants außerdem Flyer, die auf die Gefahren aufmerksam machen sollen und kamen so insbesondere mit vielen jungen Fahrern ins Gespräch.

Wer sich nicht an das Handy-Verbot am Steuer hält, muss mit einem Bußgeld von 60 Euro plus Verwaltungsgebühren sowie einem Punkt in Flensburg rechnen. Und: Bereits bei acht Punkten ist der Führerschein weg. (bsc/tko)

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