Polizei entdeckte Drogen 2015

Heroinhandel: Bewährungsstrafe für 43-jährige Göttingerin

Göttingen. Das Landgericht Göttingen hat am Freitag eine 43-jährige gelernte Industriekauffrau wegen unerlaubten Handelns und Besitzes von Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und acht Monaten verurteilt.

Das Gericht setzte die Strafe zur Bewährung aus. Als Auflage muss die Angeklagte den engmaschigen Weisungen des Gerichts folgen. Dazu gehört, dass sie ihre Methadon-Therapie fortsetzt und weiter Kontakt zu einer Drogenberatungsstelle hält. Die Bewährungszeit dauert vier Jahre.

Die Polizei hatte im Juli 2015 bei einer Durchsuchung in ihrer Wohnung in einem Gebäudekomplex in der Groner Landstraße etwa 31 Gramm Heroin in einem Couchtisch entdeckt. Außerdem fanden die Fahnder eine einsatzbereite Gaspistole mit Patronen sowie zwei Elektroschockgeräte. Vor Gericht legte die 43-Jährige, die lange Zeit im Solling gelebt hat, ein umfassendes Geständnis ab. Sie sei seit zwei Jahrzehnten heroinabhängig. Ein Teil der aufgefundenen Drogen sei für den Eigenverbrauch bestimmt gewesen. Mit dem Verkauf der übrigen Menge habe sie ihre Sucht finanzieren wollen, die Waffen habe sie zum Selbstschutz angeschafft.

Staatsanwaltschaft forderte drei Jahren

Die Staatsanwaltschaft hatte eine Freiheitsstrafe von drei Jahren gefordert. Die Verteidigung hatte dagegen auf eine neunmonatige Freiheitsstrafe plädiert, die zur Bewährung ausgesetzt werden sollte.

Das Gericht hielt der Angeklagten zugute, dass sie ihre jahrzehntelange Sucht nicht durch Beschaffungskriminalität finanziert habe und bislang nicht vorbestraft sei. Dies unterscheide sie von vielen anderen Drogenabhängigen. Durch ihre Sucht habe sie 20 Jahre ihres Lebens „total verschenkt“, sagte der Vorsitzende Richter August-Wilhelm Marahrens. (pid)

Rubriklistenbild: © dpa

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