Ehrenamtliche sind 24 Stunden am Tag per Telefonhotline erreichbar

Hilfe für Eltern: Notruf Mirjam vermittelt in Göttingen an Beratungsstellen

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Menschen zeigen, wie viel sie wert sind: Tatjana Lucic von Notruf Mirjam bietet Hilfesuchenden mit ihrem Team eine Anlaufstelle bei Problemen.

Göttingen. Ein offenes Ohr für Schwangere und Eltern haben und sie an passende Hilfsangebote vermitteln – das ist das Konzept von Notruf Mirjam in Göttingen.

Die Telefonhotline ist 24 Stunden am Tag erreichbar und will in Zukunft auch Angebote für die Landkreise Kassel und Northeim zur Verfügung stellen.

Über eine Notrufnummer können sich Menschen, die sich in schwierigen Situationen befinden an Notruf Mirjam wenden – anonym. Dann bekommen sie Hilfe von geschulten Ehrenamtlichen, die sie an Beratungsstellen weiterleiten, erklärt Tatjana Lucic, Koordinatorin von Notruf Mirjam in Göttingen.

Keine fachliche Beratung 

Eine fachliche Beratung bietet Notruf Mirjam allerdings nicht. Denn sie will die Arbeit der bestehenden Angebote nicht ersetzen. „Wir wollen eine Vermittlungsstelle sein“, sagt sie. Viele wüssten in ihrer Hilflosigkeit nicht, an wen sie sich wenden sollen, würden von einer Beratungsstelle zur nächsten geschickt, sagt Lucic.

Mit der Telefonhotline sollen die Beratungsangebote von beispielsweise Frauenärzten, Caritas und Awo unterstützt werden. Das Angebot richtet sich vor allem an Eltern, die Kinder im Alter von bis zu drei Jahren haben. „Eltern haben dann viele Ängste, manche sind überfordert. Wir wollen an ihrer Seite sein.“

Betreut wird Notruf Mirjam von Ehrenamtlichen, die im 24-Stunden-Rhythmus Dienst haben. Werden sie angerufen, versuchen sie mit den Hilfesuchenden gemeinsam Probleme zu definieren, sagt Lucic. „Wir können motivieren und Ängste nehmen.“

Die Probleme der Anrufer könnten dabei ganz unterschiedlich sein. Von der Überforderung im Alltag, die Sorge um Verwandte, über finanzielle Probleme bis hin zu Gewalt in der Familie. „Wenn sich Menschen hilflos fühlen, sind wir jemand, mit dem man sprechen kann“, sagt die Sozialpädagogin.

Es sei wichtig, die Anrufer wertzuschätzen, auch wenn sie anonym bleiben wollen. „Wir nehmen sie an, wie sie sind. Wir zeigen ihnen beim Telefonat, was sie schon alles geleistet haben.“ Es sei zwar oftmals schwierig, die Probleme nicht an sich herankommen zu lassen, sagt Lucic. Sich nicht selbst damit zu belasten, werde in Schulungen und Fortbildungen mit den Ehrenamtlichen trainiert.

Anonyme Anrufe 

Erreichbar ist Notruf Mirjam unter Tel. 0800/60 500 30. Alle Anrufe sind kostenlos und bleiben anonym.

Ehrenamtliche Helfer gebraucht 

Um Hilfesuchende zu unterstützen und ihnen 24 Stunden am Tag zur Verfügung zu stehen, werden immer wieder ehrenamtliche Helfer gesucht. Sie bekommen nach Fortbildungen ein Handy, auf dem sie nur erreichbar sind, wenn sie im Dienst sind. Sie erhalten außerdem ein Handbuch, in dem die wichtigsten Adressen mit Beratungsstellen aufgelistet sind. Der 24-Stunden-Dienst beginnt um 9 Uhr und endet um 9 Uhr am folgenden Tag. Danach findet eine Dienstübergabe statt, in der über Anrufe und Probleme berichtet wird. Wie oft Ehrenamtliche Dienst machen wollen, entscheiden sie selbst. Zudem finden regelmäßig Treffen und Fortbildungen statt.

• Infos: Tatjana Lucic, Tel. 0 55 1/38 48 99 97 oder E-Mail: goettingen@notruf-mirjam.de

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