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„Hilfe, die Helfer fehlen“: Bewerbermangel bei einfachen Jobs

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Göttingen. Alle sprechen über den Fachkräftemangel in Südniedersachsen, dabei haben Unternehmen längst mit einem weiteren Problem zu kämpfen: Es wird zunehmend schwerer, für einfache Hilfstätigkeiten und Ausbildungen geeignete Bewerber zu finden.

Darauf weist die Wirtschaftsförderung Stadtentwicklung Göttingen (GWG) hin. „Hilfe, die Helfer fehlen!“ ist daher das Thema eines Unternehmertreffens in der kommenden Woche. Helfer sind Mitarbeiter ohne entsprechende Ausbildung, sie werden angelernt.

Angestoßen hat die Veranstaltung Roger Voigtländer von der Gesellschaft für Projektierungs- und Dienstleistungsmanagement (GPDM). „Wir könnten sofort 25 Stellen im Helferbereich besetzen“, sagt er.

Seine Beratungsgesellschaft ist seit zehn Jahren in der Region Göttingen tätig, vorwiegend in den Branchen Einzelhandel und Logistik. Und genau da knirscht es: Im Lagerbereich beispielsweise fehlten Helfer, bei Logistikunternehmen Fahrer, in Elektronikmärkten Verkäufer. Dies gelte für Helfertätigkeiten und einfache Ausbildungsberufe.

Wie groß der Bedarf in der Region genau ist, weiß niemand. Eine Umfrage unter Arbeitgebern habe jedoch ergeben, dass 50 Prozent der Unternehmen offene Stelle für Fachkräfte hätten, erklärt der Chef der Göttinger Arbeitsagentur Klaus-Dieter Gläser.

15 Prozent hätten Personalbedarf bei den allgemeinen Mitarbeitern - zu denen auch die Helfer gehören. Ein Drittel der Unternehmen rechne damit, auf diesem Gebiet in Zukunft Probleme zu bekommen.

Dabei gibt es noch über 16 000 Arbeitslose im Agenturbezirk Göttingen. Laut Voigtländer liegt es oft an mangelnder Motivation und Eignung, dass sich keine passenden Kandidaten finden. Sein Vorschlag: Betriebe müssten in den sauren Apfel beißen und den Bewerbern die Kenntnisse vermitteln, die sie sonst als Voraussetzung erwarten.

Für die Gewerkschaft Verdi sind die Probleme hausgemacht: Die Helfer arbeiteten wie ihre ausgebildeten Kollegen, bekämen aber deutlich weniger Geld, sagt Gewerkschaftssekretärin Katharina Wesenick. Im Einzelhandel beispielsweise seien es fünf bis sechs Euro pro Stunde ohne Tarif und 7,50 Euro mit Tarif.

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