38-Jähriger posiert mit einer Kalaschnikow

Hinweise bei Facebook: Kämpft Göttinger für IS?

Hinweise auf Facebook-Profil: Erneut soll ein früherer Einwohner aus Göttingen in den Nahen Osten ausgereist sein, um in Syrien für den islamischen Staat zu kämpfen. Foto: dpa

Göttingen. Erneut soll ein früherer Einwohner aus Göttingen in Syrien für islamistische Ziele kämpfen. Die Polizei ermittelt wegen Facebook-Einträgen.

Dies wurde jetzt am Rande eines Prozesses vor dem Landgericht Göttingen bekannt, in dem der 38-Jährige als Zeuge gegen seine damalige Mitbewohnerin aussagen sollte.

Eine 41-Jährige musste sich vor Gericht wegen versuchten Totschlages verantworten. Laut Anklage soll sie im Dezember 2013 im Alkohol- und Drogenrausch ihren damaligen Mitbewohner mit Fäusten und einer Schere traktiert sowie ihn getreten und gebissen haben.

Das Opfer der Attacke war zwar als Zeuge geladen, erschien aber nicht. Nach Angaben der Verteidigung soll sich der 38-Jährige, der israelischer Staatsbürger mit arabischer Herkunft ist, inzwischen in Syrien aufhalten. Darauf deuten zumindest seine Facebook-Einträge hin, auf denen er unter anderem mit einer Kalaschnikow posiert. Auch eine IS-Fahne soll dort zu sehen sein. Der Polizei war dies bis dahin nicht bekannt gewesen. Inzwischen haben die Ermittler die Facebook-Einträge des Mannes gesichtet. Bislang lägen noch keine Erkenntnisse darüber vor, wann und wohin der 38-Jährige ausgereist sei, sagte ein Sprecher. Die Ermittler prüfen jetzt, ob er sich strafbar gemacht hat.

Im vergangenen Frühjahr war ein 28-Jähriger aus Göttingen in den Irak ausgereist. Im Juni sprengte er sich dort gemeinsam mit drei weiteren Selbstmordattentätern mit einer Autobombe in die Luft.

Der Prozess gegen die 41-jährige Frau endete mit einem Freispruch. Die Angeklagte habe sich zur Tatzeit aufgrund ihres Alkohol- und Drogenkonsums im Wahnzustand befunden und sei schuldunfähig gewesen, befand das Gericht. (pid)

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