Nach Kommunalwahl

Hoher Männeranteil: Außer in Göttingen kaum Frauen in Parlamenten

Göttingen. Frauen sind in Gemeindeparlamenten unterrepräsentiert. Das ist in den meisten Kommunen im Landkreis Göttingen nach der Kommunalwahl so.

Im Rat der Stadt Bad Sachsa beträgt die Quote 0,0 Prozent. Ein Ergebnis, das die Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises aufrüttelt. Für Angelika Kruse ist das ein „fatales Ergebnis, das zu der Frage berechtigt, in welchem Jahrhundert wir uns befinden“.

Der Blick auf eine solche Zusammensetzung des Gremiums lasse die Vermutung zu, man befände sich auf einer Zeitreise in die Epoche vor 1918, als Frauen noch kein passives Wahlrecht hatten.

Bad Sachsa ist ein Beispiel aus 18 Stadt- und Gemeinderäten im ab November fusionierten Landkreis Göttingen. „Die Unterrepräsentanz von weiblichen Abgeordneten zieht sich wie ein roter Faden durch die Mehrheit der kommunalen Politikgremien“, stellt Kruse fest. In jedem zweiten Rat beträgt der Männeranteil 80 Prozent und mehr. In beinahe allen Stadt- und Gemeinderäten liegt der Frauenanteil bei unter einem Drittel.

Aber es gibt rühmliche Ausnahmen: Sie kommen auch aus Göttingen, wo im Rat der Stadt in der nächsten Legislaturperiode eine annähernde Gleichverteilung der Sitze zwischen Männern und Frauen vorherrschen wird. „So zeichnet sich zumindest in der Universitätsstadt die gleichberechtigte Partizipation von Frauen und Männern ab“.

Der insgesamt geringe Frauenanteil unter den Mandatsträgern bei der Kommunalwahl 2016 war laut der Gleichstellungsbeauftragten abzusehen.

Deshalb habe das Frauenforum Göttingen auch vor der Wahl eine Änderung der Landes- und Bundesgesetzgebung in Richtung „Pro Parität“ gefordert. „Das Wahlergebnis zeigt, dass diese Forderung Berechtigung hat. Um eine gerechte Beteiligung von Frauen in der Politik zu erreichen, bedarf es in Zukunft klarer gesetzlicher Vorgaben, die in Nachbarländern wie Frankreich und Belgien längst Realität sind.

Rubriklistenbild: © Archivbild

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