Interkulturforum diskutiert die Rolle der Kultur in Zeiten der Zuwanderung

+
Wo stehen wir beim Thema kulturelle Integration: Diese und andere Fragen stellen sich (von links) Alexis Kara, Jan Haude und Gabriele Heinen-Kljajic.

Göttingen. Das Kulturzentrum Musa war am Mittwoch Austragungsort des vierten regionalen Interkulturforums „cross Culture", am dem rund 90 Experten aus Kultur, Migration und Wissenschaft sowie zahlreiche Künstler teilnahmen.

Wo stehen wir beim Thema kulturelle Integration? Wie wirkt sich der größer werdende Anteil von Menschen mit Migrationshintergrund auf das Angebot und die Nachfrage kultureller Angebote aus? Und welchen Beitrag kann und soll die Kultur für gesellschaftliche Teilhabe leisten?

Diese Fragen standen im Mittelpunkt des Forums, das vom Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur veranstaltet wurde und das durch die aktuelle Flüchtlingsdebatte eine zusätzliche Bedeutung erhielt.

Göttinger Kulturverantwortliche und Kulturschaffende, Vertreter von Migrantenselbstorganisationen sowie Künstler mit Migrationshintergrund diskutierten dabei über die Rolle der Kultur mit dem Ziel, notwendige Veränderungen im Kulturbetrieb in Gang zu setzen.

Auf Augenhöhe mit Fremden

„Kunst und Kultur leben vom Austausch zwischen Menschen, egal ob mit oder ohne Migrationshintergrund“, betonte Niedersachsens Wissenschafts- und Kulturministerin Gabriele Heinen-Kljajic (Bündnis 90/Die Grünen). In der Vergangenheit sei Integration allzu oft als einseitiger Anpassungsprozess verstanden worden, der allein die Vermittlung des etablierten Kulturverständnisses zum Ziel hatte. „Kulturelle Teilhabe gelingt aber nur, wenn wir dem vermeintlich Fremden auf Augenhöhe begegnen und Raum geben“, so die Ministerin.

Der bekannte Schauspieler und Komiker Alexis Kara (unter anderem aus der „heute-Show“) brachte die Anwesenden mit seinem Beitrag „Ein Leben als Grieche in Deutschland“ gleichzeitig zum Lachen und zum Nachdenken.

„Ich bin froh, ein Teil dieser wichtigen Veranstaltung sein zu dürfen“, meinte Kara, der zwar in Deutschland geboren und aufgewachsen ist, der jedoch seine Wurzeln in Griechenland hat.

Bunte Kultur

„Unser Ziel ist es, die vorhandene, vielfältige Kulturlandschaft Niedersachsens diverser und bunter zu gestalten“, sagte Gabriele Heinen-Kljajic.

Daher fördere das Land die inter- und transkulturelle Kulturarbeit und setze sich für einen Ausbau der kulturellen Angebote für und von Menschen mit Migrationshintergrund sowie die Öffnung der Kultureinrichtungen ein. Mit dem Interkulturforum „cross Culture“ biete man Foren für Diskussionen, die für diesen Prozess notwendig seien und bringe unterschiedliche Akteure an einen Tisch.

Anschließend werde das Ministerium für Wissenschaft und Kultur die Erkenntnisse und Ergebnisse aller regionalen Interkulturforen aufnehmen, gemeinsam mit Vertretern aus Kunst und Kultur auswerten sowie Handlungsempfehlungen erarbeiten. 

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.