Nikolaus Schmitt war als Achtjähriger da

50 Jahre später: Patient besucht Deutschlands erste Kinderherzklinik in Göttingen

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Warten auf die OP: Nikolaus Schmitt als kleinen Junge mit seinem Vater auf dem ehemaligenGelände der Göttinger Kinderkardiologie.

Göttingen. Die Universitätsmedizin Göttingen (UMG) gründete 1962 als erste Klinik eine Kinderkardiologie und -herzchirurgie. Jetzt kehrt ein Patient nach 50 Jahren zurück und berichtet aus seinem Leben.

Vor 50 Jahren, am 12. September 1966, hatten Mediziner der Göttinger Uni-Klinik dem achtjährigen Nikolaus Schmitt aus dem Saarland mit der Herzoperation das Leben gerettet.

„Ich möchte Danke sagen“, sagte Schmitt bei seinem Besuch 50 Jahre danach in der Kinderherzklinik der Universitätsmedizin Göttingen.

50 Jahre später: Nikolaus Schmitt gesund und munter.

Der heute 58-Jährige profitierte von einer damals bundesweit einmaligen Einrichtung: 1962 war in Göttingen die erste Kinderkardiologie und Kinderherzchirurgie in Deutschland gegründet worden, in der speziell ausgebildete Mediziner Kinder mit angeborenen Herzfehlern behandelten.

Der Eingriff war so erfolgreich, dass Nikolaus Schmitt sein Herz kräftig strapazieren konnte: „Ich bin acht Marathons und 60 Halbmarathons gelaufen“, erzählte er.

Der Patient von einst war knapp drei Jahre alt, als der Kinderarzt Herzgeräusche feststellte. Behandelt wurde sein Herzfehler allerdings nicht. Mit sieben Jahren kam er schließlich in die Göttinger Kinderkardiologie.

Dort stellten die Ärzte fest, dass er an einem Herzklappenfehler litt, so dass nicht genügend Blut in die Lunge fließen konnte. „Unbehandelt war dieser angeborene Herzfehler lebensbedrohlich“, sagte der Direktor der Klinik für Pädiatrische Kardiologie und Intensivmedizin, Professor Thomas Paul.

Ein Jahr Wartezeit

Da Göttingen damals das einzige Spezialzentrum für Kinder mit angeborenen Herzfehlern und die Warteliste dementsprechend lang war, dauerte es ein weiteres Jahr bis zum Operationstermin.

Die Operation habe großes manuelles Geschick erfordert und sei für die damalige Zeit eine große Leistung gewesen, sagte Professor Friedrich Schöndube, Direktor der Klinik für Thorax-, Herz und Gefäßchirurgie der UMG.

Die Mediziner hätten sehr schnell arbeiten müssen. Heute setzen die Ärzte bei derartigen Herzfehlern deutlich schonendere Methoden ein: „Wir operieren nicht, sondern behandeln die Patienten im Herzkatheterlabor“, erläutert Klinikdirektor Thomas Paul.

Nikolaus Schmitt hatte nach seiner Herz-OP eine Befreiuung für den Schulsport. Das hielt ihn aber nicht davon ab, ein begeisterter Läufer zu werden.

1986 kam er erneut zur Untersuchung ins Uni-Klinikum. Die Ärzte empfahlen ihm, in drei Jahren wieder vorstellig zu werden. Schmitt aber ließ weitere 30 Jahre ins Land gehen, ehe er sich am Montag erneut in Göttingen untersuchen ließ - mit dem gleichen Befund: „Das Herz ist normal belastbar“, sagte Professor Paul. Als Dank für die Lebensrettung übergab der Patient der Kinderherzklinik nun eine Geldspende.

Die Göttinger Spezialisten untersuchen jährlich mehr als 400 Neugeborene, Kinder und junge Erwachsene im Herzkatheterlabor. Die Kinderherzchirurgie verfügt über einen speziellen Operationssaal, der auf die Bedürfnisse von Säuglingen und Kindern zugeschnitten ist. Hier etwa 175 Kinder pro Jahr mit angeborenen und meist komplexen Herzfehlern operiert.

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