Jüdisches Komitee fordert Absage für umstrittene Ausstellung in Göttingen

Die Diskussion um die umstrittene Ausstellung geht weiter: „Die Nakba – Flucht und Vertreibung der Palästinenser 1948“ ist laut Uni Göttingen vom 19. bis 30. November im Zentralen Hörsaalgebäude zu sehen. Archivfoto: zsh

Göttingen. Kritik an der Ausstellung „Die Nakba – Flucht und Vertreibung der Palästinenser 1948“, die demnächst an der Universität Göttingen gezeigt werden soll, kommt vom American Jewish Committee (AJC). In einer Mitteilung wird die Absage der Schau gefordert.

Das jüdische Komitee bezeichnet die Ausstellung als „wissenschaftlich unseriös“ Darin würden Fakten einseitig aus dem Zusammenhang gerissen, heißt es in einer Pressemitteilung. „Die Ausstellung ist eine einseitige Parteinahme und liefert keine wissenschaftliche Aufklärung. Die Universitätsleitung sollte daher die Reißleine ziehen und die Ausstellung absagen“, fordert Deidre Berger, Direktorin des AJC Berlin Ramer Institute.

Berger begründete ihre Haltung in einem Brief an die Universitäts-Präsidentin Prof. Dr. Ulrike Beisiegel: Die Ausstellung blendet aus Sicht von Berger wesentliche Umstände des Themas „Flucht und Vertreibung der Palästinenser“ aus. „Die Tatsache, dass die arabischen Staaten 1948, unmittelbar nach der Staatsgründung, einen Angriffskrieg gegen Israel starteten und damit den UN-Teilungsplan zunichtemachten, bleibt völlig unerwähnt“, sagt Berger.

Kritik übt das American Jewish Committee auch an der Personalentscheidung der Universität Göttingen, die Professur des „deutschlandweit geschätzten Antisemitismus- und Rechtsextremismus-Experten“ Prof. Dr. Samuel Salzborn auslaufen zu lassen. Das sei das falsche Signal.

Eröffnung am 15. November

Unterdessen wurde der Start der umstrittenen Ausstellung ein weiteres Mal verlegt. Sie wird nun am Dienstag, 15. November, um 17 Uhr im Kulturwissenschaftlichen Zentrum (KWZ), Heinrich-Düker-Weg 14, eröffnet. Dort ist sie bis Donnerstag, 17. November zu sehen. Anschließend können Interessierte die Schau vom 19. bis 30. November im Zentralen Hörsaalgebäude (ZHG) am Platz der Göttinger Sieben besuchen.

Zur Ausstellung gibt es auch eine Vortragsreihe. Sie wird am Dienstag, 8. November, um 18.15 Uhr im Hörsaal 004 des ZHG eröffnet. Das spricht Prof. Dr. Adel Manna zum Thema „Two Sides of the Coin: Independence and Nakba 1948“.

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