Interview mit Prof. Dr. Michael Karaus

Verlegung nach Weende: Geburtsstation besser im Akutkrankenhaus

Göttingen. Die Geburtsstation des Krankenhauses Neu-Mariahilf wird in das Weender Krankenhaus, verlegt. Der medizinische Direktor Prof. Dr. Michael Karaus spricht über die Pläne.

Die geplante Verlegung der Geburtsstation hat eine Diskussion unter HNA-Lesern und Facebook-Nutzern ausgelöst. Wir haben deshalb noch einmal mit dem medizinischen Direktor, Prof. Dr. Michael Karaus, über das Thema Verlegung gesprochen. 

Herr Karaus, Leser äußern, dass „alles kaputtgespart wird“. Ist das Sparen ein Grund für die Umlegung der Geburtsstation nach Weende?

Medizinischer Chef: Prof. Dr. Michael Karaus. Foto: nh

Michael Karaus: Nein, die Geburtshilfe benötigt ein hohes Maß an Sicherheitsvorkehrungen, da jederzeit eine Geburt als Kaiserschnitt notfallmäßig eingeleitet werden soll. Diese Standards erwarten rund um die Uhr zur Verfügung stehende Teams in Gynäkologie, Anästhesiologie und OP-Bereitschaft, was in einem Akut-Haus, wie in Weende, viel besser und sicherer zu gewährleisten ist.

Warum wird die Geburtsstation verlegt?

Karaus: Am Standort Neu-Mariahilf lässt sich eine moderne Geburtshilfe mit der notwendigen Notfallbereitschaft nicht zufriedenstellend gestalten. Zudem soll an diesem Standort der Schwerpunkt auf Medizinfelder Orthopädie und Gefäßmedizin gesetzt werden, wo vornehmlich planbare Eingriffe stattfinden, so dass eine Notfallbereitschaft nur für die Geburtshilfe in Neu-Mariahilf allein nicht tragbar wäre.

Wann wird die Geburtsstation im Weender Krankenhaus einziehen?

Karaus: Wenn die neuen Räume fertiggestellt sind. Der Termin hierfür steht aber noch nicht fest und wird durch verschiedene Baumaßnahmen mitbestimmt. In ein bis zwei Jahren soll es aber soweit sein.

Was sagen Sie dazu, dass viele Leser, die in Neu-Mariahilf gute Erfahrungen gemacht haben, um den Verlust der Qualität der Betreuung und der gemütlichen Zimmer dort fürchten?

Karaus: Die Qualität der Betreuung wird in Weende nicht anders sein, da das gesamte Team aus Neu-Mariahilf mitkommt. Die Zimmer werden sicher nicht an Gemütlichkeit und Komfort zurückstehen, sondern eher durch die Neuplanung den heutigen Bedürfnissen der werdenden Mütter noch mehr entsprechen.

Bleiben die Hebammen erhalten? Werden Mitarbeiter/-innen entlassen? Wer wird die Leitung haben?

Karaus: Ja, das ganze Team geht mit. Die Leitung bleibt die gleiche.

Wie wird es räumlich in Weende aussehen? Wie viele Zimmer wird es geben?

Karaus: Der Versorgungsauftrag beinhaltet neun Betten in der Geburtshilfe und neun Betten in der Gynäkologie. Diese werden wir errichten. Zudem werden wir einen zusätzlichen Kreißsaal mit in die Planung aufnehmen.

Wie viel wird in Weende in die Geburtsstation investiert werden?

Karaus: Das lässt sich noch nicht konkret sagen, da dieses auch von dem zukünftigen Standort in Weende abhängt. Es wird aber sicher ein siebenstelliger Betrag sein. 

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