Kasseler Architekten: Zeitvorgabe bei Göttinger KuQua-Galerie nicht zu halten

+
Wird nicht gebaut: Der Sieger-Entwurf des Kasseler Büros „Atelier 30 Architekten“. Zeitplan und Kosten passen nicht.

Göttingen. Die Diskussion um das Galeriegebäude im zukünftigen Kunstquartier geht weiter. Das siegreiche Kasseler Büro „Atelier 30 Architekten“ nennt die Gründe, warum es keine Einigung mit der Stadt zum Bau geben konnte.

Die Stadt hatte sich nach langen Verhandlungen mit dem zweiten Preisträger des Wettbewerbs, dem Leipziger Büro „Atelier ST“, auf eine Umsetzung geeinigt. In einer Pressemitteilung hatten die Verwaltung und Stadtbaurat Thomas Dienberg mitgeteilt, dass man sich mit dem Sieger „Atelier 30 Architekten“ aus Kassel nicht im Rahmen der finanziellen Vorgaben habe verständigen können. „Außerdem habe das Büro eine Fertigstellung innerhalb des einzuhaltenden Rahmens nicht garantieren können.“

Thomas Fischer von „Atelier 30“ betont, dass die Realisierung nicht allein in der Hand seines Büros gelegen hätte. Am Ende der Treffen mit dem Bauherrn und Projektbeteiligten sei man nach gewissenhafter Prüfung zu dem realistischen Ergebnis gekommen, dass aus Sicht der Architekten „der zur Verfügung stehende Kostenrahmen und der anberaumte Zeitraum für eine Projektrealisierung nicht eingehalten werden können“. Deshalb sei „Atelier 30“ aus dem Verfahren ausgestiegen.

Wird gebaut: Stadt und Architekten von „Atelier ST“ aus Leipzig konnten sich in Verhandlungen einigen.

Sprich: Anspruch und Wirklichkeit sowie Finanzen – 3,2 Millionen Euro – passten nicht zusammen. Und: Die Kasseler Architekten wollten ihrer Arbeitsweise treu bleiben. So habe man bereits einige Projekte – auch für die öffentliche Hand – geplant und realisiert und dabei „immer streng auf die Einhaltung des Kostenrahmens geachtet“, sagt Thomas Fischer. Generell pflege man ein „höchst mögliches Maß an Transparenz und Offenheit gegenüber den Bauherren“ – auch bei öffentlich finanzierten Projekten.

Deshalb habe man auch ganz offen und ehrlich abgesagt: „In der Zeit bis Ende 2018 ist die Galerie an diesem Ort unter diesen Bedingungen nach unseren entwickelten Terminplänen nicht fertigzustellen.“ Zudem hängen an der Fertigstellung bereits bewilligte Zuschüsse. Ein zu eng gefasster Terminplan beinhalte auch keinerlei Zeitreserven. Die aber seien erfahrungsgemäß nötig, wenn in einer engen Altstadt gebaut würde und im Baufeld aufwändige Gründungsarbeiten sowie der Anschluss an Nachbargebäude nötig seien. Manchmal sei auch eine Optimierung des Projektes im Bau nötig – auch dafür sei keine zusätzliches Zeitbudget vorhanden gewesen, erläutert Architekt Fischer, der die Galerie persönlich gerne realisiert hätte. „Deshalb haben wir uns beworben und einen überzeugenden Entwurf abgeliefert.“

Den jetzigen Projektleitern und dem Bauherrn wünscht Fischer Glück und Geschick, damit es am Ende gelingt, die Galerie rechtzeitig und im Kostenrahmen fertigzustellen. 

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.