Fragen und Antworten

Neuer Landkreis Göttingen: Ein Kreis, vier Auto-Kennzeichen

Das Kreishaus in Göttingen an Reinhäuser Landstraße: In diesem Gebäude hat die Kreisspitze ihrer Dienstsitz. Foto: Kreisverwaltung/nh

Göttingen. Zum 1. November 2016 wird der neue Landkreis Göttingen aus der Taufe gehoben. Hier die wichtigsten Fragen und Antworten zur Hochzeit der Kreise Göttingen und Osterode.

Wie funktioniert die Kreishochzeit zwischen Göttingen und Osterode?

Rechtlich betrachtet werden die beiden Landkreise Göttingen und Osterode zum 1. November 2016 aufgelöst. Am gleichen Tag wird der neue, größere Landkreis Göttingen aus der Taufe gehoben. Fälschlicherweise wird oft von einer Fusion der Kreise oder sogar von einem Beitritt des Kreises Osterode zum Kreis Göttingen gesprochen.

Gibt es ein Geschenk zur Kreishochzeit?

Ja, das Land Niederschsen hat eine Entschuldungshilfe von knapp 80 Millionen Euro überwiesen - 45 Millionen Euro für Osterode und 35 Millionen Euro für Göttingen. Der Betrag wurde bereits 2014 ausgezahlt.

Welche Auto-Kennzeichen gibt es zukünftig im neuen Landkreis Göttingen?

Autofahrer aus dem Kreisgebiet können sich bei den Zulassungsstellen zwischen GÖ (Göttingen), HMÜ (Hann. Münden), DUD (Duderstadt) und OHA (Osterode) frei entscheiden. Für Halter aus der Stadt Göttingen gibt es diese Freiheit nicht. Sie bekommen das GÖ-Kennzeichen.

Wie kann man die GÖ-Kennzeichen aus dem Landkreis erkennen?

In der Regel haben diese Kennzeichen wie bisher zwei Buchstaben und drei Ziffern. Kennzeichen aus der Stadt Göttingen bestehen in der Regel aus einem Buchstaben und vier Ziffern.

Was ist mit den Bereichen Jugendamt, Jobcenter, Sozialamt und Kfz-Zulassungsstelle im neuen Landkreis?

Sie sind wie bisher dezentral im Landkreis Göttingen zu finden - siehe unten. So gibt es zum Beispiel in Hann. Münden und Staufenberg weiterhin Kfz-Zulassungsstellen des Kreises.

Welche Aufgaben werden künftig im Kreishaus in Osterode erledigt?

Dort werden vor allem Abteilungen gebündelt, die im Hintergrund und in der Regel ohne viel Publikumsverkehr arbeiten. Dazu gehören laut Gebietsänderungsvertrag das Finanzwesen (Kämmerei einschlich Controlling), die Kreiskasse einschließlich Finanz- und Anlagenbuchhaltung, die Kommunalaufsicht, das Ordnungsamt (inklusive Bußgeldstelle und Bevölkerungsschutz) sowie das Rechnungsprüfungsamt.

Wie viele Beschäftigte arbeiten künftig im Raum Göttingen und wie viele im Bereich Osterode?

In Göttingen arbeiten etwa 1000 Mitarbeiter, in Osterode etwa 500. Von Göttingen nach Osterode sind rund 90 Beschäftigte umgezogen - in die umgekehrte Richtung sind es knapp 50 Mitarbeiter. Außerdem übernimmt der neue Landkreis im Bereich Osterode etwa 40 Beschäftigte von den dortigen Gemeinden, die bislang Hartz-IV-Empfänger betreut haben.

Gibt es noch weitere Umzüge innerhalb der Verwaltungen?

Ja, insgesamt 550 Mitarbeiter ziehen seit Ende August innerhalb der Verwaltungen in neue Büros um. Die Aktion wird im Laufe des Novembers abgeschlossen sein. Etwa 3000 Kubikmeter Akten wurden dazu in 5000 Kartons verpackt. Das entspricht dem Rauminhalt von fünf bis sechs Einfamilienhäusern.

Wie lange ist ein Autofahrer unterwegs, wenn er einmal durch den Kreis fahren will?

Vom südlichsten Punkt bei Staufenberg bis zum östlichsten Punkt bei Bad Sachsa ist man mit dem Auto laut Routenplaner fast anderthalb Stunden unterwegs und legt dabei knapp 100 Kilometer zurück.

Wie lange braucht man für die Strecke mit der Eisenbahn?

Von Speele in der Gemeinde Staufenberg bis Bad Sachsa ist ein Zugreisender knapp zwei Stunden unterwegs. Die Einzelfahrt für Erwachsene kostet 12,60 Euro.

Kreiswappen in Vorbereitung

Schon bald soll es für den neuen Landkreis Göttingen ein eigenes Wappen geben. Hans-Otto Arnold aus Weende hat zwei Vorschläge erarbeitet, über die nach der Fusion zunächst vertraulich beraten werden soll. Bis zu einer Entscheidung über einen Vorschlag gilt zunächst das Wappen des bisherigen Landkreises Göttingen.

Keine Entlassungen durch die Kreisfusion

Durch die Kreishochzeit wird niemand entlassen. Diese Zusage gilt bis 2021. Dazu haben sich die bisherigen Kreise nach Verhandlungen mit den Gewerkschaften verpflichtet.

Verlustausgleich für Kreis-Mitarbeiter

Müssen Mitarbeiter der Kreisverwaltung durch einen Wechsel ihres Arbeitsplatzes an einen anderen Ort längere Strecken bei ihren täglichen Fahrten zurücklegen, so werden die Mehrausgaben für zwei Jahr voll erstattet. Ein weiteres Jahr wird der Verlustausgleich zur Hälfte bezahlt. Kein Mitarbeiter der Verwaltung wird abgestuft. Alle haben laut Kreis keine Gehaltseinbußen durch die Fusion.

Göttinger Design für alle offiziellen Schreiben

Alle offiziellen Schreiben des neuen Landkreises werden im Design des bisherigen Landkreises Göttingen abgeschickt. Vorteil: Dadurch fallen keine zusätzlichen Kosten an.

Müllgebühren werden getrennt berechnet

Die Abfallentsorgungsunternehmen der beiden bisherigen Kreise arbeiten zunächst noch unabhängig voneinander. Damit bleiben auch die Gebühren zunächst unterschiedlich. Einwohner aus dem bisherigen Landkreis Göttingen können auch zunächst nicht Deponien im Bereich Osterode nutzen. In der Region Hannover vergingen bis zur Harmonisierung im Müllbereich fast zehn Jahre. In Südniedersachsen soll das schneller gehen.

Einschränkungen am Montag und Dienstag

Wegen der Kreisfusion ist die Verwaltung am Montag, 31. Oktober, ganztägig geschlossen. Am Dienstag, 1. November, ist die Verwaltung am 12 Uhr dicht.

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