Kreiswahl-Analyse: Göttingen ist Bastion gegen Rechts

Sitz des Landkreises: Das Kreishaus in Göttingen. Foto: nh

Göttingen. 268.853 Menschen – gut 65.000 mehr als vor fünf Jahren, waren aufgerufen, bei derKreiswahl ihre Stimmen abzugeben – für das Parlament des neuen Großkreises. Wir blicken auf die Ergebnisse in Kommunen.

Göttingen

Uni-Stadt trotzt (rechten) Trends: In der mit knapp 100.000 Wahlberechtigen größten Stadt Südniedersachsen haben die Grünen Stimmen – gut sieben Prozent – und damit Platz zwei verloren, den sie 2011 vor der CDU belegt hatten. 21,3 Prozent aber sind ein Top-Ergebnis mit Blick auf das Land. Und sonst? leichte Verluste für SPD und CDU, leichte Zuwächse bei Linke und Liberalen. Die AfD hat im Bereich des links-grünen Bollwerks Göttingen keine Chance: 2,74 Prozent. Die Uni-Stadt ist damit ein Ausreißer im Kreisergebnis.

Bovenden

SPD klar vorne: Die stetig wachsende, nah an Göttingen gelegene Kommune mit gut 11.000 Wahlberechtigten ist dunkelrot: 42,02 Prozent holt die SPD, die damit aber knapp vier Prozent einbüßt, wie auch die CDU, von der einige mehr als 25,74 Prozent erwartet hätten. Deftig: die minus sieben Prozent für die Grünen.

Adelebsen

SPD-Hochburg: Die in den vergangenen Jahren von Hells-Angels- und Rechten-Veranstaltungen gebeutelte Kommune bringt der SPD ein starkes Ergebnis: 44,14 Prozent. Aber: SPD und CDU verlieren auch hier gut drei und vier Prozent. Die Grünen stürzen von 20,8 auf 7,32 Prozent. Aber: vor fünf Jahren stimmten viele unter dem Eindruck der Fukoshima-Katastrophe ab. Von den Grünen-Verlusten sammeln die FDP (plus 11,44 Prozent!) und AfD (5,38 Prozent) Stimmen.

Friedland

Absturz für die SPD um gut zehn Prozent: Der Tiefschlag – auch für Bürgermeister Andreas Friedrichs – ist hausgemacht durch interne Streitereien der Sozialdemokraten. Davon profitieren die Freien Wähler, die um gut sieben Prozent zulegen und die AfD (5,01 Prozent). Die CDU verliert knapp, ist aber fast dran an der SPD – beim Kreisergebnis. Die Grünen holen gut zwölf Prozent (minus 8,82).

Rosdorf

Linke und Rechte gewinnen: In Rosdorf, das wie Bovenden eine stetig wachsende Gemeinde mit knapp 10.000 Wahlberechtigten ist, zeigen sich die Sozialdemokraten – traditionell – stark. Die SPD legt sogar um fast drei Prozent zu, ein Novum im Südkreis Göttingen. Die Stimmen der kräftig verlierenden CDU und Grünen landen weitgehend bei der AfD, die auf über sechs Prozent kommt.

Gleichen

Kommune im Grünen: Die Gemeinde rund um das schöne Gartetal glänzt mit einer Top-Wahlbeteiligung: 69,43 Prozent! Im Trend aber liegt das Ergebnis: Leichte Verluste für SPD und CDU. Die Grünen bleiben dort stark,

Duderstadt

SPD backt kleine Brötchen in der CDU-Bastion: Sieben Prozent minus für die CDU, aber mehr als 50 Prozent in Duderstadt, der Hauptstadt des konservativen Eichsfeldes. Für die SPD bleiben 18,83 Prozent, aber auch nur 0,72 Prozent Verlust. Grüne und FWG sind stabil. Die FDP liegt knapp über fünf Prozent, wie die AfD, zu der die meisten CDU-Abwanderer wechseln.

Gieboldehausen

Liberale schwach: 1,66 Prozent stimmen für die FDP. Ansonsten ist das Gieboldehäuser Ergebnis fast übertragbar auf Duderstadt. Nur: Die CDU ist hier noch stärker, legt sogar zu auf 55,02 Prozent; das beste CDU-Gemeindeergebnis bei der Kreiswahl 2016.

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.