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Landrat droht mit Wechsel nach Niedersachsen

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Dr. Werner Henning
Dr. Werner Henning © Schlegel

Heiligenstadt/Göttingen. Ein ungewöhnlicher Vorstoß kommt derzeit aus dem thüringischen Eichsfeld. Dort droht der Heiligenstädter Landrat Dr. Werner Henning ganz offen mit dem Wechsel seines Landkreises nach Niedersachsen.

Hintergrund: Derzeit gibt es Überlegungen für die Neustrukturierung der Landkreise in dem Nachbarbundesland. Dr. Henning lehnt aber eine Fusion sowohl mit dem Landkreis Nordhausen als auch mit dem Landkreis Unstrut-Hainich (Sitz Mühlhausen) ab. Stattdessen wolle sich der Eichsfeldkreis Niedersachsen anschließen, wenn das Land Thüringen die neuen Landkreisstrukturen einfach festlegt. Hintergrund für die Absage des Eichsfelds an die Nachbarlandkreise in Thüringen ist die schlechte finanzielle Situation dort: Laut Henning werde er nicht den Wohlstand des eigenen Kreises aufs Spiel setzen.

Ende Januar hatte die Landesregierung in Erfurt einen Vorschlag für die Neuaufteilung der Kreise vorgestellt. Darin wird angeregt, aus derzeit 17 Kreisen acht zu machen. Nach diesem Gutachten soll der Eichsfeldkreis mit dem Kreis Nordhausen zusammengehen.

Auch am südlichen Rand Thüringens beginnt es unterdessen zu bröckeln. Dort haben die Landkreise Sonneberg und Hildburghausen angekündigt, nach Bayern wechseln zu wollen. Doch ein Wechsel in ein anderen Bundesland ist nicht ohne weiteres möglich. Dazu müsste zunächst ein Staatsvertrag geschlossen werden. Und die Chancen für den Abschluss eines solches Vertrages stehen wohl eher schlecht: Im vergangenen Jahr hatte das Thüringer Innenministerium dem Wechsel zweier Dörfer nach Sachsen eine Absage erteilt.

Bereits kurz nach der Wende hatte Henning mit einem Wechsel des Eichsfeldes nach Niedersachsen gedroht. Anfang 1990 waren zehntausende Eichsfelder symbolisch über den früheren Grenzübergang bei Teistungen Richtung Westen gegangen – Motto der Aktion: Kommt die D-Mark nicht zu uns, gehen wir zu ihr.

„Die Chance für einen Wechsel des Obereichsfeldes nach Niedersachsen hätte es 1990 gegeben. Aber heute ist der Zug abgefahren“, kommentiert Göttingens Landrat Bernhard Reuter die aktuelle Entwicklung. (bsc)

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